Philippe Jordan, der junge Schweizer Generalmusikdirektor der Pariser Nationaloper, übernimmt den Staffelstab im Brahms-Zyklus und dirigiert die Erste Symphonie, das Schmerzenskind des Komponisten, an dem er sechzehn Jahre arbeitete. Der Dirigent Hans von Bülow bezeichnete das Werk enthusiastisch als „Beethovens Zehnte“ – eine Provokation für die Anhänger Richard Wagners, der die Gattung doch schon an ihr Ende gekommen wähnte. Richard Strauss „konvertierte“ erst Mitte der 1880er Jahre zur Wagner-Gemeinde; als er sein Erstes Hornkonzert schrieb, im Alter von 18 Jahren, hielt er es noch eher mit dem Wagner-Antipoden Brahms und schuf eine Partitur von hinreißender Kantabilität und rhapsodischem Erfindungsreichtum. „Brahms, den Fortschrittlichen“ rühmte Arnold Schönberg in einem legendären Vortrag. In seiner Ersten Kammersymphonie, tonal gesetzt in E-Dur, erweist er sich als ebenbürtiger Meister der thematischen Feinarbeit.
"Die Länge meiner früheren Kompositionen war einer der Züge, die mich mit dem Stil meiner Vorgänger Bruckner und Mahler verbanden, deren Sinfonien oft die Dauer einer Stunde überschreiten. Ich war es leid geworden - nicht als Zuhörer, sondern als...
mehrEs war kein Zufall, dass die ersten Kompositionen, mit denen der junge Richard Strauss Aufmerksamkeit erregte, Stücke für Blasinstrumente waren. Der Vater, Franz Strauss, blies im Orchester der Münchner Hofoper das Horn und die frühesten...
mehrSeit Schumann den jungen Brahms als den zukunftsweisenden Komponisten gepriesen hatte, wartete die Öffentlichkeit gespannt auf dessen 1. Symphonie. Entsprechend groß war der Druck, der den Schaffensprozess zu einer ersten Symphonie belastete. Erst...
mehr