Credit: Hans Engels

125 JAHRE IN EINEM BILD

von SANDRA DICHTL

Die Geschichte der Münchner Philharmoniker ist vielfach rückblickend betrachtet und von verschiedenen Standpunkten aus musik- und kulturhistorisch reflektiert worden. Doch: Was vermögen Fotografien zusammen mit kalendarischen Fakten und wissenschaftlichen Texten vom Wirken des Orchesters und den ihm entsteigenden Klängen auszusagen? Wie können wir dem bereits Gedachten eine neue Dimension hinzufügen oder vielmehr: Kann es eine Installation schaffen, einen Eindruck von Geschichte zu vermitteln?


ORCHESTRALE SCHWARMINTELLIGENZ

von ANNA SCHÜRMER

125 Jahre zählen die Münchner Philharmoniker: Damit ist das Orchester älter und bezugsreicher als ein Menschenleben, über das der vielköpfig modellierte Klangkörper mit seinen zahllosen Einzelbiographien ohnehin weit hinausreicht. Kein eindimensionaler, linear-chronologischer Blick kann die Geschichte dieser 125-jährigen und vielstimmig orchestrierten Schwarmintelligenz fassen, vielmehr ein Kaleidoskop von Assoziationen und Dimensionen wie Bild und Ton, Raum und Zeit, Geschichte und Gesichter: Nicht Ein-, sondern Vieldeutigkeit sucht daher die von Sandra Dichtl kuratierte und von Allun Turner installativ konzeptionierte Ausstellung »MPHIL 125: Großes Hören« mit der Schaffung eines audiovisuell collagierten Erlebnisraumes voller Gespinster zu fassen.