credit Marco Borggreve
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Als Dmitrij Schostakowitsch seine 7. Symphonie im Dezember 1941 abschloss, widmete er sie seiner von deutschen Truppen eingekesselten Heimatstadt Leningrad. Schnell wurde die Symphonie nicht nur von Stalin, sondern auch im westlichen Ausland als musikalisches Dokument gegen die kriegstreibenden Nationalsozialisten gefeiert. Zu eindeutig konnte die »Invasionsepisode« des ersten Satzes mit dem Einmarsch der Deutschen in die Sowjetunion gleichgesetzt werden. Doch in seinen umstrittenen Memoiren eröffnete uns Schostakowitsch eine ganz andere Sichtweise auf die Symphonie: Nicht um Hitler sei es ihm gegangen, sondern um Stalin und dessen Schreckensregime. Egal zu welcher Sichtweise man tendiert: Schostakowitschs »Leningrader Symphonie« ist ein eindrückliches musikalisches Plädoyer gegen Unterdrückung und Gewaltherrschaft und für den Glauben an die Humanität.

Einzelkarten ab 08.02.2022

  • Dmitrij Schostakowitsch

    Geboren am 25. September 1906 in St. Petersburg, kam Schostakowitsch schon als Kind mit russischer und deutscher Musik in Berührung. Mit dreizehn Jahren begann er sein Studium (Klavier und Komposition) am Petrograder Konservatorium, das er 1925…

    Symphonie Nr. 7 C-Dur op. 60 "Leningrader"

    1942 schrieb Schostakowitsch im belagerten Leningrad eine Symphonie, mit der er den von der Partei geforderten "moralischen Beitrag" leistete, "dem Faschismus das Grab zu schaufeln". Als "Leningrader Symphonie" wurde diese 7. Symphonie zu einem der…

  • Valery Gergiev Dirigent

    In Moskau geboren, studierte Valery Gergiev zunächst Dirigieren bei Ilya Musin am Leningrader Konservatorium. Bereits als Student war er Preisträger des Herbert-von-Karajan Dirigierwettbewerbs in Berlin. 1978 wurde Valery Gergiev 24-jährig Assistent…