"Verwandlung" für Orchester

Wolfgang Rihm komponierte eine ganze Reihe von, die mit »Verwandlung« betitelt und durchnummeriert sind. Außer dem Titel weisen die exquisit gestalteten Orchesterwerke – man könnte sie Klangstudien oder Klangmeditationen nennen – jedoch keine sicht- und hörbaren Gemeinsamkeiten auf. Und dennoch gilt womöglich das erste dieser Stücke, das schlicht »Verwandlung« genannt ist, als der Prototyp für die weitere Serie. Wolfgang Rihm, der einmal mehr durch sein handwerkliches Können, etwa sein souveränes Umgehen mit den Parametern der Musiksprache, verblüfft, holt die Vergangenheit in die Gegenwart und transzendiert beides: Vergangenheit und Gegenwart als Quintessenz tausendjähriger Musikgeschichte, also Transzendierung gleich Verwandlung. Vielleicht ist dies eine mögliche Antwort darauf, wie der bedeutende Tonschöpfer und Denker Wolfgang Rihm sich mit dem faszinierenden Phänomen der Metamorphose auseinandersetzt.