Konzert für Violoncello und Kammerorchester, Deutsche Erstaufführung

»Komponieren hat sehr viel damit zu tun, eine sinnvolle Balance zu finden zwischen dem, was interessant zu spielen, und dem, was aufregend zu hören ist«. Anders Hillborg, geboren 1954 in Stockholm, scheint die richtige Balance gefunden zu haben. Seine Werke werden von den berühmtesten Orchestern und in den großen Konzerthäusern der Welt gespielt – von der Walt Disney Hall in Los Angeles über die Berliner Philharmonie bis zur Tonhalle Zürich: Anders Hillborg ist der wohl bedeutendste und populärste schwedische Komponist der Gegenwart und bewegt sich dabei in vielen Musikstilen, von der symphonischen Musik über Chorwerke bis hin zu Filmmusik und Pop. Vorbehalte gegen populäre Töne sind ihm fremd; vielmehr nutzt Hillborg nicht nur eigene Quellen, sondern auch Zuflüsse fremder Herkunft. »Anything goes«, sagt er, »sofern es im Eigenen ankommt.«

Sein neues Cellokonzert schrieb Hillborg für Nicolas Altstaedt, der sich mit dem Schaffen Hillborgs schon länger auseinander gesetzt hatte: »Die Musik von Anders Hillborg lernte ich durch sein Werk ›Peacock Tales‹ kennen, in dem er für den Klarinettisten Martin Fröst einen virtuosen Solopart komponierte. Später hörte ich sein beeindruckendes Orchesterwerk ›Cold Heat‹, das er dem amerikanischen Dirigenten David Zinman widmete. Außerdem besuchte ich eine Aufführung seiner beiden Violinkonzerte mit den Berliner Philharmonikern.« Bei einem persönlichen Treffen in London diskutierten die beiden Musiker die Möglichkeiten eines brandneuen Cellokonzerts. »In dieser Zeit haben wir verschiedene Ideen miteinander ausgetauscht, aber ich finde es besonders wichtig, einen Komponisten in seiner künstlerischen Freiheit so weit wie möglich zu respektieren. Auf jeden Fall ist es sehr spannend, ein Werk aufführen zu können, das speziell für einen geschrieben wurde.« Das Cellokonzert ist ein filigran gewebtes Werk, das von im Raum wabernden Klangflächen dominiert wird. Nur selten werden die vielschichtigen Klangwolken aufgebrochen, um die Aufmerksamkeit auf das Solo-Cello zu richten, das eine ganz introvertierte, zurückgenommene Solisten-Rolle einnimmt.