"Also sprach Zarathustra" op. 30, Tondichtung (frei nach Friedrich Nietzsche) für großes Orchester

Wer heute den Beginn von Richard Strauss "Also sprach Zarathustra" hört, hat wohl die unterschiedlichsten Assoziationen, die vom Herauffahren des Planetariums-Projektors über Stanley Kubricks Film "2001 - Odyssee im Welraum" bis hin zur Bierwerbung reichen. Es gibt wenige Musikstücke, deren Beginn suggestiver ist. Und diese Suggestionskraft haben sich viele zunutze zu machen versucht. Dabei hatte Strauss mit diesem Werk ganz anderes im Sinn: Eine Art musikalische Hommage an den Dichter und Philosophen Friedrich Nietzsche schwebte ihm vor, als er 1896 mit der Komposition seiner symphonischen Fantasie begann. Dabei ging es Strauss jedoch nicht um eine Vertonung der literarischen Vorlage Nitzsches, sondern vielmehr um eine frei assoziative musikalische Deutung des geschriebenen Wortes. So sind auch die von Nietzsche entlehnten Überschriften keine Inhaltsangaben für die Musik, sondern sie sollen lediglich die Phantasie des Hörers in eine bestimmte Richtung lenken.