"Ein Heldenleben" op. 40 Tondichtung für großes Orchester

Im Berlin des Fin-de-siècle vollendete der skandalumwitterte, an mangelndem Selbstwertgefühl nicht unbedingt leidende preußische Hofkapellmeister Richard Strauss sein Künstler-Epos "Ein Heldenleben", in dem ein Violinkonzert "en miniature" das nicht immer schmeichelhafte Porträt der Komponistengattin Pauline zeichnet: Zickig-widerborstig und oft rührend hilflos, schamlos-ordinär und oft hinreißend charmant. Den Held selbst porträtierte Strauss unter Zuhilfenahme von "Tristan"-Zitaten als vom Getümmel der Welt angeekelten Schopenhauer-Leser, der Selbstverwirklichung nur in den "zarten Gebilden der Kunst" findet. Diese sind denn auch als Blütenlese der bekanntesten Melodien aus "Don Juan", "Tod und Verklärung", "Till Eulenspiegel", "Also sprach Zarathustra" und "Don Quixote" zu hören, womit bewiesen sein dürfte, dass mit dem Held des "Heldenlebens" Strauss nur sich selbst gemeint haben kann.