Divertissement für Fagott und Streichquintett

Das "Divertissement pour Basson et Quintette ou Orchestre à cordes" von Jean Françaix entstand 1968 für den englischen Fagottisten William Waterhouse. Der Komponist erklärte später in seiner typischen humorvollen und launigen Art: "Mein Divertissement für Fagott und Streicher entspringt ganz allein meinem Willen. Ich habe es geschrieben, um einen alten Freund zu ärgern, einen ausgezeichneten Fagottisten. Er hat inzwischen das Zeitliche gesegnet, aber man hat mir versichert, mein Divertissement habe damit nichts zu tun." Im Divertissement, das alternativ mit einem Streichquintett oder einem Streichorchester aufgeführt werden kann, ist das Fagott dominierend, das durchgängig als Soloinstrument eingesetzt wird. Auch wenn Jean Françaix augenzwinkernd angibt, mit seinem Werk einen befreundeten Fagottisten ärgern zu wollen, so hat er sich doch unter den Spielern dieses Instruments viele Freunde erworben, die die humorvolle Art, das Fagott virtuos in Szene zu setzen, zu schätzen wissen. Voraussetzung ist natürlich, dass sie den großen technischen Schwierigkeiten gewachsen sind. Mit seinem Divertissement hat Jean Françaix zudem einmal mehr bewiesen, dass auch die Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchaus zu Humor fähig ist, wenn sie sich nicht allzu ernst nimmt.