Flötenquartett D-Dur KV 285

Fünf Monate verbrachte Wolfgang Amadeus Mozart 1777 in der kurpfälzischen Residenzstadt Mannheim - viel zu lange, urteilte sein Vater. Doch in keiner anderen Stadt hatte sich Mozart bis dahin so wohl und in seinem musikalischen Genie so verstanden gefühlt. Hier hörte er das beste Orchester seiner Zeit und schloss enge Freundschaften mit den Ausnahmemusikern der berühmten "Mannheimer Schule". Und vor allem begegnete er seiner ersten großen Liebe: der damals 16-jährigen Sängerin Aloysia Weber. Ein lukrativer Auftrag des holländischen Amateurflötisten Ferdinand Dejean für 3 kleine, leichte, und kurze Concertln und ein Paar quattro auf die flötte kam Mozart im Dezember 1777 sehr gelegen, konnte er doch seinem Vater gegenüber den langen Aufenthalt in Mannheim rechtfertigen. In allen drei Sätzen des Flötenquartetts D-Dur KV 285 dominiert die Flöte als Soloinstrument, aber weniger durch virtuose Passagen, sondern als Kontrast zum Streicherklang. Einem divertimentohaften Allegro folgt ein empfindsames, von Pizzicati begleitetes Flötenständchen, das mit einem regen Wechselspiel zwischen Flöte und Streicher in den Schlusssatz mündet.