"Prélude à `L'Après-midi d’un Faune´"

"Erst seit ich zum erstenmal "L'Après-midi d’un Faune" gehört hatte, wusste ich, was Musik ist." Kein geringerer als Maurice Ravel war es, der mit diesen Worten seiner uneingeschränkten Bewunderung für das Werk seines Freundes und Kollegen Claude Debussy Ausdruck verlieh. Bereits bei der Uraufführung 1894 waren die Zuhörer von den fein ausnuancierten Klängen, den instrumentalen Farben und der Transparenz des Orchestersatzes so begeistert, dass die Komposition sofort wiederholt werden musste. Und selbst der Dichter Stéphane Mallarmé, auf dessen Gedicht über die nachmittäglichen Begierden und Träume eines Fauns das Werk beruht, war trotz anfänglicher Skepsis begeistert und schrieb an Debussy, dass die Musik "keine Dissonanz zu meinem Text ergab, sondern wahrhaftig noch viel weiter darin ging, die Sehnsucht und das Licht mit Feinheit, Melancholie und Reichtum wiederzugeben:" Nun wollte Debussy auch nicht das Gedicht Mallarmés im Detail nachkomponieren, sondern den "allgemeinen Eindruck der Dichtung" in Musik übersetzen.