"La Valse"

Bereits 1906 hatte Maurice Ravel die Komposition eines Walzers als Hommage an Johann Strauß geplant, aber erst 1919 entstand das im Untertitel als "choreographische Dichtung" bezeichnete und von Ravel als "Apotheose des Wiener Walzers" apostrophierte Werk "La Valse": "Durch wirbelnde Wolken sind Walzer tanzende Paare erkennbar. Allmählich teilen sich die Wolken, und man sieht eine große Halle mit einer tanzenden Menschenmenge. Das Licht der Kandelaber verbreitet sich in strahlendem Fortissimo, ein österreichischer Ballsaal um 1855 wird sichtbar..." Was vor dem Krieg als unbeschwerte Huldigung an ein Emblem der K. und K. Monarchie konzipiert war, geriet dem Komponisten nach dem 1. Weltkrieg unversehens zu einem katastrophischen Portrait und spiegelt so die Untergangsstimmung des Fin-de-siècle, die wenig später in Kriegsbegeisterung umschlug.