"Vier letzte Lieder" nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff für Sopran und Orchester

Strauss´ "Vier letzte Lieder" fassen noch einmal des Komponisten hochgespannte Ambitionen auf dem Terrain des Orchesterlieds zusammen, das er sich im Laufe seines Lebens diskontinuierlich, aber hartnäckig erobert hatte. Während Zeitgenosse und Antipode Gustav Mahler sein Lebenswerk mit einem überaus bewegenden Abgesang auf seine immer brüchiger werdende Idee der "weltumfassenden" Sinfonie beendete, nahm Strauss Zuflucht zu Fragment gebliebenen, aber anrührenden Vokalisen aus der Werkstatt eines Virtuosen. Ursprünglich waren viel mehr "letzte Lieder" nach Texten von Hesse und Eichendorff geplant, aber vollendet hat dann Strauss nur diese vier. Strauss stirbt im September 1949, ein Jahr nach Abschluss des Liedes „September“. Und das ist tatsächlich sein sozusagen letztes Lied mit entsprechender Botschaft: "Lange noch bei den Rosen / Bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh. / Langsam tut er die großen, / Müdgewordenen Augen zu.« Das Wort "großen" streicht Strauss, weil es das weitgezogene Melisma auf "müdgewordnen" irritiert hätte…