Im Gegensatz zum Großteil des Bach’schen Orgelwerks wurden die sechs Triosonaten BWV 525 bis 530 nicht für den Kirchengebrauch komponiert. Bach schrieb sie vielmehr als Unterrichtsmaterial für seinen ältesten Sohn Wilhelm Friedemann. Noch heute gelten diese Stücke als Prüfstein für alle Organist*innen, die ihre vollkommene Unabhängigkeit von Händen und Füßen unter Beweis stellen wollen. Drei selbstständige Stimmen treten hier miteinander in Dialog, wobei sich kantable Melodieführung mit einer dichten, kunstvollen Kontrapunktik verbindet. Die Triosonate Es-Dur geht nach heutigem Forschungsstand vermutlich auf ein früher komponiertes Trio für Blockflöte, Oboe und Continuo zurück, was den kammermusikalischen Charakter dieser Sonate erklärt.
— Martin Demmler
1. Allegro
2. Adagio
3. Allegro
Johann Friedrich Fasch studierte Theologie und Jura in Leipzig und wirkte später 36 Jahre lang als hochfürstlich Anhalt-Zerbstischer Kapellmeister. Fasch, der auch von Bach hoch geschätzt wurde, war trotz seiner Erfolge als Musiker und Komponist zeitlebens verschuldet. Daher nahm er ab 1741 die lukrativen Kompositionsaufträge des Köthener Fürstenhofes an, für den er bis 1756 unter anderem 27 Serenaden und Kantaten schuf. Zu seinen Lebzeiten erschien kein einziges seiner Werke im Druck. Erst im 20. Jahrhundert findet Fasch, dessen jüngster Sohn Carl Friedrich Christian 1791 die Berliner Singakademie gründete, wieder mehr Beachtung. Seine viersätzige Triosonate ist ein schönes Beispiel für die gelungene Synthese von deutschem Spätbarock und galantem Stil.
— Martin Demmler
1. Largo
2. Allegro un poco
3. Largo
4. Allegro
Antonio Vivaldis Triosonate g-Moll verhält sich wie ein klassisches Concerto im Taschenformat. Auch hier finden sich die Zutaten, die seine »großen« Mollkonzerte so unverwechselbar machen: prägnante Themen für alle drei Instrumente als sogenannte Ritornelle in den beiden schnellen Ecksätzen, dazwischen feurige Passagen für die einzelnen Instrumente als Soli, eine bezaubernde Kantilene im zentralen Largo.
— Martin Demmler
1. Allegro ma cantabile
2. Largo
3. Allegro
Pause
»Ich habe … verschiedene grosse Concerte und Trii in dieser Art geschrieben, die ich in einen italiänischen Rock, mit abgewechselten Adagi und Allegri, eingekleidet.« So beschrieb Georg Philipp Telemann das Erfolgsrezept für seine Konzerte und Triosonaten. Von letzteren, die zu seinen populärsten Werken zählten, bekennt er an anderer Stelle: »Man wollte mir auch schmeicheln, daß ich hierin meine beste Krafft gezeiget hätte.« Der »italiänische Rock« zeigt sich in der typisch südländischen Leidenschaftlichkeit und Kantabilität, die Telemann in seinen Triosonaten erfolgreich mit der strengen imitatorischen Satztechnik des deutschen Barock kombiniert. Das Ergebnis, der sogenannte »vermischte Geschmack« ist ein Wesensmerkmal seines Stils und zeigt sich auch in der Triosonate c-Moll.
— Martin Demmler
1. Largo
2. Vivace
3. Andante
4. Allegro
Vermutlich hat sich Bach von der Begeisterung seines Hamburger Freundes Telemann für die »Flûte traversière«, die barocke Querflöte, anstecken lassen, denn er komponierte eine ganze Reihe von Kammermusikwerken für dieses Instrument, unter anderem die äußerst beliebte und häufig gespielte Triosonate G-dur BWV 1039. Zweifellos hatte Bach beim Komponieren zwei konkrete Interpreten im Sinn, die man vermutlich im Kreis seiner Leipziger Studenten und Schüler oder unter seinen Söhnen suchen muss.
— Martin Demmler
1. Adagio
2. Allegro ma non presto
3. Adagio e piano
4. Presto
Michael Martin Kofler absolvierte seine Studien in Wien und Basel mit Auszeichnung und war Soloflötist beim Gustav Mahler -Jugendorchester. Seit 1987 ist er Soloflötist der Münchner Philharmoniker. Er ist Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe (u.a. ARD, Prag, Brüssel, Bari) sowie Würdigungspreisträger des Österreichischen Wissenschaftsministers (1987 und 1989) und Kulturpreisträger seiner Heimatstadt Villach (1993). Seit 1983 tritt Michael Martin Kofler weltweit als Solist und Kammermusikpartner auf. Er war und ist gern gesehener Gast-Solist vieler bedeutender Dirigenten (Levine, Maazel, Blomstedt, Marriner, Luisi, Sokhiev) bei mittlerweile über 100 namhaften Orchestern wie z.B. der Academy of St.Martin in the Fields, dem Australian Chamber Orchestra, dem Amadeus Chamber Orchestra, der Budapest Strings, der Zagreb Soloists, dem Wiener, Münchener und Stuttgarter Kammerorchester, der Amsterdam Sinfonietta sowie den Symphonieorchestern von München, Wien, Prag, Moskau, Calgary, Tokyo, Osaka, Kyoto, Seoul, Tel Aviv, Haifa, Warschau, Zagreb, Belgrad u.v.m.
Michael Martin Kofler betreut mit sehr großem Erfolg seit 1989 als Professor eine Konzertfachklasse an der Universität ‘Mozarteum’ Salzburg und wird als Jurymitglied zu den weltweit bedeutendsten Wettbewerben, u.a. nach Kobe, Guangzhou, Prag, Krakau und zum ARD-Wettbewerb nach München eingeladen. Darüber hinaus gibt er Meisterklassen in Europa, Amerika, Korea und Japan und tritt seit 2016 zunehmend als Dirigent in Erscheinung (Pforzheimer Kammerorchester, Györ Philharmonic Orchestra, Sinfonietta Cracovia, Suwon Philharmonic Orchestra Korea u.a.).
Marie-Luise Modersohn, 1973 in Leipzig geboren, bekam ihren ersten Oboen-Unterricht bei Gabriele Bastian und studierte von 1992-98 an der Musikhochschule München in der Klasse von Prof. Günther Passin. Bereits 1993 war sie stellvertretende Solo-Oboistin, von 1994-2005 dann Solo-Oboistin im Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Seit 2006 ist Marie-Luise Modersohn Solo-Oboistin der Münchner Philharmoniker.
Neben ihrer Orchestertätigkeit widmet sich Marie-Luise Modersohn intensiv kammermusikalischen und solistischen Aufgaben. Als solistischen Höhepunkt ist das Oboenkonzert von Richard Strauss unter der Leitung von Christian Thielemann und den Münchner Philharmonikern zu nennen. Weitere Oboenkonzerte spielte sie unter der Leitung namhafter Dirigenten und Orchester, so zum Beispiel unter Marek Janowski, Herbert Blomstedt, Andrew Manze und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin sowie zahlreichen renommierten Kammerorchestern.
Marie-Luise Modersohn war Mitwirkende bei vielen internationalen Kammermusikfestivals und
unterrichtet im In- und Ausland. Seit 2018 ist Marie-Luise Modersohn ständiger Gast der Camerata Salzburg. Im Juni 2019 war sie Mitglied der Jury beim Internationalen Tschaikowsky Wettbewerb in Sankt Petersburg und im Oktober 2021 Mitglied der Jury beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf. Seit 2024 hat Marie-Luise Modersohn mehrere Video und CD-Aufnahmen mit dem CulterTone Ensemble aufgenommen.
Raffaele Giannotti wurde 1995 in Italien geboren und erhielt den ersten Fagottunterricht im Alter von zehn Jahren bei Antonio Vergine und Claudio Gonella. Seine Diplomprüfung schloss er mit 15 Jahren am Giuseppe Verdi Konservatorium Turin mit Auszeichnung ab. Seit 2011 studiert er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Professor Richard Galler. Er erhielt Unterricht bei Milan Turkovic und besuchte Meisterkurse bei Dag Jensen, Klaus Thunemann, O.K. Dahl und Lyndon Watts.
Raffaele Giannotti ist Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe (erste Preise u.a. beim "Josef Windisch Wettbewerb", "Rising Star Award von Casino Austria", "International Competition Città di Valentino", "Mendelssohn Cup"; zweite Preise u.a. bei "Audi Mozart 2010", "Spring Prague"; Sonderpreis beim "Rossini Fagott Wettbewerb"; "U21-Sonderpreis" beim ARD-Musikwettbewerb). Raffaele Giannotti ist Kulturpreisträger seiner Heimatstadt Lecce in Italien.
Als Solist war er unter anderem mit dem symphonischen Orchester Carbinia, dem Orchester Magna Grecia, dem Symphonieorchester Bari, dem Orchester Andreas Bello, dem Collegium Musicum, dem Czech Chamber Philharmonic und dem Orchestra Paradubice zu hören und tourte als Solist mit den Young Masters Players durch Chile. Aufnahmen erschienen beim Bayerischen Rundfunk und in ORF 3. Der Komponist Damiano Dambrosio widmete ihm ein Fagottkonzert.
Raffaele Giannotti war von 2014 bis 2016 Solo-Fagottist des Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino und ist seit 2016 in gleicher Position Mitglied der Münchner Philharmoniker.
Der aus Berlin stammende Kontrabassist Alexander Preuß kam erst im Alter von 16 Jahren zur Musik und erhielt zunächst Klavierunterricht bei Günter Ketzscher. Mit 18 Jahren wechselte er zum Kontrabass und begann bereits zwei Jahre später sein Studium bei Prof. F. M. Grabner an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin. Als dieser an die Hochschule für Musik und Theater Leipzig wechselte, setzte Alexander Preuß dort seine Ausbildung fort und schloss sein Studium im Jahr 2005 erfolgreich ab. Wichtige musikalische Impulse erhielt er während seiner Ausbildung im Deutschen Musikschulorchester, der heutigen Deutschen Streicherphilharmonie, sowie bei der Internationalen Bach-Akademie Stuttgart unter der Leitung von Hellmuth Rilling. Erste professionelle Orchestererfahrungen sammelte er anschließend beim Berliner Sinfonie-Orchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und dem Gewandhausorchester Leipzig. Im Jahr 2003 wurde er als Stipendiat in die Orchesterakademie der Münchner Philharmoniker aufgenommen, der er für zwei Jahre angehörte. Seit 2005 ist Alexander Preuß Mitglied der Kontrabassgruppe der Münchner Philharmoniker. Seit 2013 wirkt er zudem im Bayreuther Festspielorchester mit. Neben der Musik spielt der Basketball seit seiner Kindheit eine wichtige Rolle. 1989 nahm er an der letzten DDR-Meisterschaft im Minibasketball teil und verbrachte bis zu seinem sechzehnten Lebensjahr nahezu täglich Zeit in der Sporthalle. Bis heute ist er dem Basketball als aktiver Spieler, Jugendtrainer und Leiter einer Basketballabteilung verbunden.
Hansjörg Albrecht zählt zu den wenigen Künstlern, die international sowohl als Dirigent als auch als Konzertorganist regelmäßig präsent sind. Als Dirigent gilt er international vor allem als leidenschaftlicher Spezialist für Bach und die opulente Musik des 18. Jahrhunderts, geht aber als Allround-Musiker konsequent eigene Wege – zwischen Archiv und Neuschöpfung, mit einem umfangreichen Repertoire bis zu Olivier Messiaen, zahlreichen Uraufführungen sowie dem Faible für vergessene Komponisten. Mit seiner Doppelbegabung als Dirigent & Organist gehört er zu den wenigen, weltweit ausgewiesenen Spezialisten für die Kombination Orgel & Orchester und mit einer Vielzahl an Transkriptionen etablierte er sich unter den Virtuosen seines Instruments. Seit der Saison 2023/24 ist er Künstlerischer Leiter der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Akademie Hamburg,des gleichnamigen Chores sowie des jährlichen Internationalen Bachfests Hamburg und arbeitet an der Etablierung Hamburgs als Internationale Bach-Stadt und dem Aufbau einer neuen Plattform für die Sturm-und-Drang-Musik von Carl Philipp Emanuel Bach und seiner Brüder. Daneben verbindet ihn u.a.eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Opernhaus San Carlo Neapel, dem Russischen Kammerorchester Moskau, der Staatskapelle Weimar, den Bremer Philharmonikern, den Hamburger und Münchner Symphonikern sowie dem Händelfestspielorchester Halle.Albrecht leitete in der Nachfolge des legendären Karl Richter von 2005 bis 2023 den Münchener Bach-Chor und das Münchener Bach-Orchester und führte das Ensemble mit einer umfangreichen Konzerttätigkeit zu neuem internationalem Ruhm. Darüber hinaus war Albrecht von 2021-2023Principal Guest Conductor am Teatro Petruzzelli Bari. Seine Konzerttätigkeit führt ihn in Musikzentren wie London, Paris, Amsterdam, Wien, Berlin, Prag,Rom, Moskau, Tokio, Peking und New York und er arbeitet dabei regelmäßig mit international renommierten Künstlern und Orchestern zusammen – aktuell u.a. mit Jan Vogler, Christian Gerhaher,Michael Volle, Sergei Nakarjakov, Reinhold Friedrich, Lucas & Arthur Jussen und Mikhail Pletnev,Orchestern wie der Staatskapelle Halle, Nürnberger Symphoniker, Hangzhou und Suzhou PhilharmonicOrchestra, Orchestra Sinfonica Siciliana Palermo, Orchestra della Fondazione Arena di Verona,Sinfonieorchester der Philharmonie Stettin und den Dresdner Kapellsolisten sowieOriginalklangensembles wie der Akademie für Alte Musik Berlin, Concerto Köln, NDR Barock, DresdnerFestspielorchester, Lautten Compagney Berlin und dem Wrocław Baroque Orchestra. Albrecht dirigierte prestigeträchtige Mozart-Opernproduktionen u.a. am Teatro San Carlo Neapel undim neuen Opernhaus Dubai sowie Ballett-Projekte mit den Tanzkompanien von Marguerite Donlon undBoris Eifman. Neben der Erstaufführung der Rekonstruktion der fehlenden Lukas-Passion von J.S. Bach 2024 inHamburg, folgt er als Dirigent und Solist zahlreichen Konzerteinladungen in Deutschland, in dieSchweiz, nach Österreich, Italien, Luxembourg, Frankreich, Kroatien, Skandinavien, Großbritannien,Spanien und vielfach nach China, wo er aktuell mit dem Nanjing Philharmonic Orchestra und demNational Centre for the Performing Arts Orchester Peking unter Myung Whun Chung als Organist konzertiert und als Dirigent eine Wiedereinladung zur Zusammenarbeit mit dem Hangzhou Philharmonic für 2026 erhalten hat. Hansjörg Albrecht ist Künstlerischer Leiter des unter der Schirmherrschaft der UNESCO stehenden International Online Organ Festival (IOOF) und des Münchener Bachfestes 2025.Beim Label Oehms Classics legte er als Dirigent und Organist weit über 40 CDs vor und wurde u.a. für den GRAMMY Award nominiert. 2024 beendete Albrecht die weltweit erste Gesamteinspielung aller Bruckner-Sinfonien als Orgeltranskriptionen, welche er seit 2020 für das Label Oehms Classics an europäischen Originalschauplätzen aufgenommen hat. Von der Klassikzeitschrift Crescendo(Jahresausgabe 2024) wurde er daraufhin als einer der führenden Bruckner-Interpreten gekürt.
Stand: September 2026