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Frédéric Chopin: »Grande fantaisie sur des airs polonais« für Klavier und Orchester A-Dur op. 13

1828, noch während seines Studiums, komponierte Chopin die Fantasie über polnische Themen A-Dur op. 13 für Klavier und Orchester. Oder wie das Werk in der Erstausgabe hieß: »Grande Fantaisie sur des airs polonais«. Dass sich die Fantasie aus der Praxis des Fantasierens, des Improvisierens, der Stegreifkunst herleitet (die Chopin souverän beherrschte, zur Begeisterung seines hingerissenen Publikums), ist dem reich verzierten und verspielten Klavierpart in jedem Takt anzumerken. Aber diese Komposition wahrt bei allen Freiheiten, bei allen raffinierten Ab- und Irrwegen durchaus die gesellschaftlichen Formen, sie eröffnet wie mit einer Verbeugung, einem Tusch, einer höflichen Einladung, bittet zum glanzvollen Fest mit Schäferspiel, Heldengesang und Tanz und zielt zuletzt in der rasanten, hochvirtuosen Stretta auf Jubel, Glamour, Sensation.

Nach einer langsamen Introduktion folgen die »airs polonais« - Schlag auf Schlag, in überbordenden Variationen, rhapsodischer Deklamation, dramatischen Kontrasten, tänzerischer Eleganz. Frédéric Chopin spielte die Uraufführung seiner Fantasie über polnische Themen am 17. März 1830 im Warschauer Nationaltheater. Im Sommer 1831, am 28. August, stellte Chopin seine »Fantaisie« im Münchner Odeon vor. Wenige Tage danach erfuhr er, dass Warschau gefallen, der Freiheitskampf gescheitert war und dass russische Truppen den im November begonnen Aufstand brutal niedergeschlagen hatten. Chopin sollte nie wieder nach Polen zurückkehren.

 

– Wolfgang Stähr

Frédéric Chopin

Chopin fantasierte nicht nur am Klavier über polnische Themen: Polen selbst blieb sein Lebensthema, das er sich nicht ausgesucht hatte und dem er doch niemals entrinnen konnte. Dabei war Chopin nur ein halber Pole, aber ein doppelter Staatsbürger.…

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