Das Festival »MPHIL 360°« im Rückblick

Credits: Hans Engels

Jubiläumsfestival »MPHIL 360°«

Das erste Konzert der Münchner Philharmoniker, damals noch »Kaim-Orchester«, fand am 13. Oktober 1893 statt. Das diesjährige Festival »MPHIL 360°« erinnert terminlich und programmatisch an die Konzerte der Münchner Philharmoniker in den ersten Jahren nach der Gründung.

FESTKONZERT MIT DER »SYMPHONIE DER TAUSEND«

Das große Festkonzert am Samstag, 13. Oktober 2018, huldigt einem der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte der Münchner Philharmoniker: der Uraufführung der 8. Symphonie, der »Symphonie der Tausend«, unter der Leitung des Komponisten Gustav Mahler selbst.

GEBURTSTAGS-MATINEE MIT HISTORISCHEM PROGRAMM

Am Sonntag, 14. Oktober 2018, gibt sich das Orchester selbst ein Ständchen. Bei der Geburtstags-Matinee stehen Werke auf dem Programm, die geschichtlich besondere Bezüge aufweisen: Smetanas Ouvertüre zu »Die verkaufte Braut« eröffnete das allererste Konzert des »Kaim-Orchesters«. Paul Hindemith war dem Orchester eng verbunden, die Münchner Philharmoniker bestritten gar die europäische Erstaufführung seiner »Symphonischen Metamorphosen«. Sergiu Celibidache ließ eigens für dieses Werk speziell klingende Glocken anfertigen, die sich nach wie vor in Besitz des Orchesters befinden. Eine ebenfalls enge Bindung gab es bereits zu Lebzeiten Anton Bruckners mit den Münchner Philharmonikern. Sie spielten posthum, im Jahr 1947, auch die Weltpremiere seines »Symphonischen Präludiums«, eine Kopie der handschriftlichen Partitur und alle Orchesterstimmen sind ausschließlich im Notenarchiv der Münchner Philharmoniker zu finden. Valery Gergiev wird aus dieser historischen Partitur dirigieren.

Valery Gergiev wählte die 2. Symphonie von Gustav Mahler für sein Antrittskonzert im September 2015. Das »Andante« daraus stand u. a. auf dem Programm des ersten Gastspiels überhaupt des Orchesters 1898 im Wiener Musikverein – der Beginn einer langjährigen Verbundenheit mit dem Komponisten. Das letzte Werk der Geburtstags-Matinee, das Vorspiel zum 1. Aufzug der »Meistersinger von Nürnberg«, stand wiederum auf dem Programm, als Gustav Mahler 1897 zum ersten Mal das »Kaim-Orchester« dirigierte und beim ersten Konzert in Wien.

FRACK TRIFFT TRACHT BEI BLASMUSIK 360°

Unser gemeinsames Sonderkonzert feiert gleich zwei Geburtstage: 125 Jahre Münchner Philharmoniker und 65 Jahre Musikbund von Ober- und Niederbayern e. V. Der MON ist Partner von Spielfeld Klassik und steht mit seinen rund 50.000 Mitgliedern für die Tradition der Blasmusik. Gleichzeitig stärkt der Verein das aktive Musizieren in der Gesellschaft und fördert den Nachwuchs. Mitglieder der Münchner Philharmoniker unterstützen das durch ihre Tätigkeit als Mentoren sowie bei Stimmproben und Konzerten. Neben der Einstudierung übernehmen diesmal mit Albert Osterhammer und Raffaele Giannotti zwei Münchner Philharmoniker auch Taktstock und Solopart. Die mitwirkenden Musikerinnen und Musiker des MON werden eigens für dieses Konzert ausgewählt und wirken im »Projektorchester« an der Seite der Profis.

SALON-KONZERT WIE IN GUTEN ALTEN ZEITEN

In den Anfangsjahren der Münchner Philharmoniker, als das »Kaim-Orchester« noch privat finanziert wurde, gab es neben den Abonnement-Konzerten diverse eingängige Formate: die Volkssymphoniekonzerte, die Populären Konzerte, die Gastkonzerte in Bad Kissingen – und Unterhaltungskonzerte mit Bewirtung. In den Münchner Neuesten Nachrichten vom 14. Oktober 1893 hieß es dazu: »Außerdem finden jeden Sonntag (zum ersten Male am 15. Okt.) Nachmittags 3 bis 6 Uhr […] Unterhaltungskonzerte mit Restauration an gedeckten Tischen statt«. Fast auf den Tag genau 125 Jahre später greifen wir diese schöne Idee auf: Mitglieder der Münchner Philharmoniker gestalten ein buntes Programm, bei dem historische Bezüge und musikalische Überraschungen Hand in Hand gehen werden in gemütlicher Atmosphäre mit Bewirtung.

FREUNDSCHAFTSKONZERT DES MARIINSKY ORCHESTERS

Unter die Gratulanten wird sich kein Geringerer einreihen als das Mariinsky Orchester, das die einaktige Oper »Iolanta« von Peter I. Tschaikowsky als Geburtstagspräsent überreichen wird. Es war die letzte Opernkomposition Tschaikowskys, die im Dezember 1892 im Mariinsky Theater St. Petersburg uraufgeführt wurde und 1893 im Todesjahr Tschaikowskys unter der Leitung von Gustav Mahler in Hamburg ihre deutsche Erstaufführung erlebte. Liebe mit Hindernissen ist Thema in »Iolanta«, in der die blinde Prinzessin erst ihr Augenlicht erhält und ihre große Liebe findet. Liebe mit Hindernissen ist auch Thema eines Gedichts von Richard Dehmel, das Arnold Schönberg zu seiner »Verklärten Nacht« inspirierte.