Die Münchner Philharmoniker auf Europa-Tournee

Im Januar 2018 waren die Münchner Philharmoniker mit ihrem Chefdirigenten Valery Gergiev auf einer kurzen Europa-Tournee mit insgesamt vier Konzerten in der Philharmonie de Paris, der Kölner Philharmonie, dem Concertgebouw Amsterdam und Hamburger Elbphilharmonie. Auf dem Programm standen an den ersten beiden Konzerten Tschaikowskys "Francesca da Rimini" und die "Wesendonck-Lieder" von Richard Wagner mit Anja Harteros als Solistin, anschließend Richard Strauss' "Ein Heldenleben". In Amsterdam und Hamburg waren die 3. Symphonie von Johannes Brahms und nochmals "Ein Heldenleben" von Richard Strauss zu hören.

Das erste Konzert in der Philharmonie de Paris war ein großer Erfolg. Anja Harteros wurde von Publikum, Maestro und Orchester gefeiert, das Konzert endete mit frenetischem Jubel. Orchester und Chefdirigent fühlten sich sichtlich wohl in der 2015 eröffneten Philharmonie de Paris, auch wenn sich die Anspielprobe aufgrund des Pariser Verkehrschaos' leicht verzögerte.

Das Publikum in der Kölner Philharmonie zeigte sich ebenso begeistert, auch Intendant Louwrens Langevoort war sichtlich beeindruckt. Eindruck hinterlassen hatten die Mitglieder des Orchesters scheinbar auch auf dem Flug von Paris nach Köln - die komplette Crew des Charterflugs besuchte spontan Anspielprobe und Konzert. Großen Jubel gab es anschließend hinter der Bühne: kühles, frisch gezapftes Kölsch für Orchester und Mannschaft!

Die Akustik im Concertgebouw Amsterdam mit ihrem vielen Hall machte die Anspielprobe anspruchsvoll, bei voll besetztem Saal erwies sie sich jedoch als hervorragend. Konzertmeister Lorenz Nasturica-Herschcowici zeigte sich in Strauss' "Heldenleben" in Höchstform, bei der Zugabe ("Prélude à l’après-midi d’un faune" von Claude Debussy) konnte Solo-Flötist Herman van Kogelenberg brillieren, für den das Konzert ja gewissermaßen ein Heimspiel war.

Außergewöhnlich angenehm gestaltete sich der Heimflug mit derselben Crew, die die Münchner Philharmoniker schon nach Paris, Köln und Amsterdam geflogen hatte: Die kurze Wartezeit bis zur Landeerlaubnis über München wurde genutzt, um eine kleine Sightseeing-Runde zu sehen. Und so kam das Orchester zu der Ehre, nicht nur Marienplatz, Nymphenburg, Hofgarten und Olympiapark von oben zu sehen, sondern auch die Heimstätte Gasteig und die zukünftige Interimsspielstätte in Sendling.

Mit großer Spannung und Vorfreude wurde das erste Gastspiel in der Hamburger Elbphilharmonie erwartet. Die Akustik erwies sich als außergewöhnlich und ungewohnt. Ungewohnt, da man sich auf der Bühne weniger gegenseitig hört. Außergewöhnlich, da das Klang-Erlebnis in den Publikumsrängen umso beeindruckender war. Zuhörer und Presse zeigten sich hellauf begeistert und auch das Orchester sprach von einem eindrucksvollen Erlebnis.