Franz Liszt

Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 Raiding im ungarischen Burgenland in eine Musikerfamilie geboren. Seine ersten öffentlichen Konzert als Neunjähriger in Ödenburg und in Pressburg wurden begeistert bejubelt. 1822 übersiedelte die Familie nach Wien, wo Franz bei Carl Czerny das Klavierspiel lernte und bei Antonio Salieri in Komposition und Harmonielehre unterrichtet wurde.

Ab 1823 lebte Liszt in Paris und wurde ein in ganz Europa gefeierter Klaviervirtuose.

1831 hörte er ein Konzert des Geigenvirtuosen Niccoló Paganini, das tiefe Spuren hinterließ, und ihn nicht nur zu den Paganini-Etüden, sondern auch zu seinem extrovertierten, impulsiven, leidenschaftlichen Spiel inspirierte.

In Paris lernte er auch die sechs Jahre ältere Gräfin Marie d’Argoult kenne, die bereits (unglücklich) verheiratet war und zwei Kinder hatte. Die beiden begannen eine Liebesbeziehung, die Gräfin verließ ihren Mann und gründete mit Lizt eine Familie. Nach der Geburt des dritten Kindes, Daniel, trennte sie sich 1839 von Liszt und kehrte nach Frankreich zurück.

Zwischen 1838 und 1848 bereiste Liszt ganz Europa, sein Leben und seine Karriere waren von zahlreichen Höhen und Tiefen gekennzeichnet, triumphalen Erfolgen und bitterer Kritik, Affären mit Frauen, Erschöpfungszuständen und Begeisterungstürmen. Heinrich Heine prägte in dieser Phase bezugnehmend auf die Berliner Konzerte und die Euphorie, die er hier auslöste, den Begriff der Lisztomanie. Seine Konzerte wurden zur Legende, wo er auch hinkam, war vor allem das weibliche Publikum begeistert, er wurde ein Frauenschwarm, ein Superstar.

Auch von gesellschaftlicher Seite wurde ihm Ehre zuteil. In Berlin wurde er zum Mitglied der Königlichen Preußischen Akademie der Künste ernannt, in Königsberg wurde er Ehrendoktor der Universität, und in Weimar wurde er zum „Großherzoglichen Kapellmeister in außerordentlichen Diensten“ ernannt.

1848 beendete Liszt seine Virtuosenlaufbahn und trat eine Stellung als Kapellmeister in Weimar an, wo er sich vermehrt seinen Kompositionen widmete. Mit Richard Wagner verband ihn eine enge Freundschaft, die allerdings abkühlte, nachdem Wagner - gegen seinen Wunsch - mit seiner Tochter Cosima liiert war und sie ehelichte. 1858 bat er um seine Entlassung aus dem Dienst als Kapellmeister und zog nach Rom, wo er die sogenannten Niederen Weihen im Alter von über fünfzig Jahren empfing. Von nun an trat er im schwarzen Abbé-Gewand auf.

Ab 1872 war er regelmäßig bei Wagner und seiner Tochter Cosima zu Gast – obwohl das Verhältnis nach wie vor schwierig war. 1886 reiste er wieder nach Bayreuth, wo Cosima die Bayreuther Festspiele leitete. Am 31. Juli 1886 starb er schwer krank. Franz Liszt wurde auf dem Bayreuther Stadtfriedhof begraben, Anton Bruckner spielte auf der Orgel Motive aus „Parsifal“.

Der Pianist, Komponist und Dirigent Franz Liszt hinterließ der Welt über 800 Werke. Sein impulsives Spiel prägte einen völlig neuen Stil in der Klaviermusik, seine Phantasie, Improvisationsgabe und die Fähigkeit, alle musikalischen und kulturellen Einflüsse in seine Musik einfließen zu lassen, gepaart mit Liszts außergewöhnlich charismatischer Persönlichkeit machen ihn zu einer Ausnahmeerscheinung. Mit seinen Werken löste Liszt einen heftigen Parteienstreit über die sogenannte „Programmmusik“ aus.