Lera Auerbach

Lera Auerbach setzt die große Tradition der Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts fort, die sowohl als Komponisten als auch als Pianisten tätig waren. Noch keine dreißig Jahre alt, ist sie bereits als Pianistin in solch prominenten Konzertsälen wie der New Yorker Carnegie Hall, dem Lincoln Center, dem Münchner Herkulessaal, im Konzerthaus von Oslo und im Kennedy Center Washington aufgetreten. Sie komponierte für Gidon Kremer, Vladim Gluzman, für das Ballett der Hamburgischen Staatsoper, für die Kremerata Baltica und andere. Ihre Werke wurden u.a. bei den Festivals von Aspen, Ravinia, Schwetzingen, beim Moskauer Herbst und beim Kammermusikfest Lockenhaus aufgeführt.

Lera Auerbach wurde am 21. Oktober 1973 in Tscheljabinsk (Ural) am Rande Sibiriens geboren. Sie begann früh mit dem Klavierspiel und trat bereits im Alter von sechs Jahren öffentlich auf. Mit acht Jahren spielte sie zum ersten Mal zusammen mit einem Orchester. Im Alter von zwölf Jahren komponierte sie ihre erste Oper, die sogleich produziert und in vielen Orten der Sowjetunion gezeigt wurde. Als Gewinnerin von mehreren Klavierwettbewerben wurde Lera Auerbach 1991 zu einer Konzertreise in die USA eingeladen. Sie entschloss sich, in den USA zu bleiben, und gehörte damit zu den letzten Künstlern, die die damalige Sowjetunion verließen. Am 1. Mai 2002 gab sie ihr Debüt in der Carnegie Hall, wo sie ihre eigene Suite für Violine, Klavier und Streichorchester op. 60 mit Gidon Kremer und der Kremerata Baltica aufführte.

Lera Auerbach absolvierte die New Yorker Juilliard School in den Fächern Klavier und Komposition. Daneben studierte sie Vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University. Im Jahre 2002 machte sie an der Musikhochschule Hannover ihr Konzertexamen. Ihre Klavierprofessoren waren Einar Steen-Nøkleberg, Joseph Kalichstein und Nina Swetlanowa, Komposition studierte sie bei Milton Babbitt und Robert Beaser.

Im Jahre 2002 wohnte und arbeitete sie auf Einladung der Internationalen Johannes-Brahms-Stiftung im Brahms-Haus in Baden-Baden als Artist in residence. Beim Kammermusikfest Lockenhaus 2001, bei dem zwölf ihrer Werke uraufgeführt wurden, war sie Composer in residence und Gastkünstlerin. Lera Auerbachs Erfolg ist jedoch nicht nur auf ihre musikalischen Aktivitäten zurückzuführen, sondern auch auf ihre literarischen Werke. 1996 wurde sie von der Internationalen Puschkin-Gesellschaft zur Schriftstellerin des Jahres gewählt und erhielt den Poesiepreis der ‚Nowoje Russkoje Slowo‘, der größten russischsprachigen Zeitung im Westen. Zu ihren literarischen Werken gehören fünf Bücher mit eigener Lyrik und Prosa, zwei Romane und mehrere Beiträge für russischsprachige Zeitungen und Zeitschriften. Sie war Vorsitzende der Jury des Internationalen Puschkin-Poesiewettbewerbs 2000 und Mitglied des Auswahlkomitees für den Paul and Daisy Soros Fellowship for New Americans 2002. Sie selbst war 1998 die erste Preisträgerin dieses Stipendiums.

In einem Zeitungsartikel der New York Times über Lera Auerbach zitierte Johanna Keller Auerbachs Kompositionslehrer Robert Beaser mit folgenden Worten: „Ihre Vielseitigkeit ist fast unglaublich. Sie ist eine leidenschaftliche Pianistin mit einer Menge Temperament, eine natürliche Komponistin und Interpretin, die alles um sich herum schnell auffasst und umsetzt.“ In demselben Artikel stellte Joseph Kalichstein fest, dass sein erster Eindruck von Lera Auerbachs Talent „überwältigend“ gewesen sei. Die Washington Post beschreibt Lera Auerbach als ein „pianistisches Kraftwerk“ und ihre Interpretationen als „ausgewogene Mischung aus Sensibilität und Virtuosität“.

 

 

Stand: August 2021