Philharmonischer Chor

Der Philharmonische Chor München ist einer der führenden Konzertchöre Deutschlands und Partnerchor der Münchner Philharmoniker. Er wurde 1895 von Franz Kaim, dem Gründer der Münchner Philharmoniker, ins Leben gerufen. Seit 1996 wird er von Chordirektor Andreas Herrmann, Professor für Chordirigieren an der Hochschule für Musik und Theater München, geleitet. Im Jahr 2015 feiert der Chor seinen 120. Geburtstag. Das Repertoire erstreckt sich von barocken Oratorien über A-cappella- und chorsymphonische Literatur bis zu konzertanten Opern und den großen Chorwerken der Gegenwart.

Großartige Chorwerke

Das musikalische Spektrum umfasst zahlreiche bekannte und weniger bekannte Werke von Mozart über Verdi, Puccini, Wagner und Strauss bis hin zu Schönbergs „Moses und Aron“ und Henzes „Bassariden“. Der Chor pflegt diese Literatur genauso wie Chorwerke der bedeutenden Meister Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Bruckner, Reger, Strawinsky, Orff oder Penderecki. Er musizierte u.a. unter der Leitung von Gustav Mahler, Hans Pfitzner, Krzysztof Penderecki, Herbert von Karajan, Rudolf Kempe, Sergiu Celibidache, Zubin Mehta, Mariss Jansons, James Levine, Christian Thielemann, Lorin Maazel und Valery Gergiev.

Alte und Neue Musik gewinnen an Bedeutung

In den vergangenen Jahren hatten Alte und Neue Musik an Bedeutung gewonnen: Nach umjubelten Aufführungen Bach’scher Passionen unter Frans Brüggen folgte die Einladung zu den Dresdner Musikfestspielen mit Bachs h-Moll-Messe. Äußerst erfolgreich wurde auch in kleineren Kammerchor-Besetzungen unter Dirigenten wie Christopher Hogwood und Thomas Hengelbrock gesungen. Mit Ton Koopman entwickelte sich eine enge musikalische Freundschaft: Er dirigierte im Sommer 2013 die Johannes-Passion von J. S. Bach, die den Chor neben den Konzerten im Gasteig auch nach Passau zu den „Europäischen Wochen“ führte. Im Januar 2015 folgte dann Bachs Kantate „Auf, schmetternde Töne der muntern Trompeten“.
Im Bereich der Neuen Musik war der Philharmonische Chor München mit seinen Ensembles bei Ur- und Erstaufführungen zu hören. So erklang in der Allerheiligen-Hofkirche die Münchner Erstaufführung der „Sieben Zaubersprüche“ von Wolfram Buchenberg unter der Leitung von Andreas Herrmann. Ende 2014 gestaltete der Chor die Uraufführung der Auftragskomposition der Münchner Philharmoniker von Jan Müller-Wieland „Egmonts Freiheit - oder Böhmen liegt am Meer“ unter der Leitung des Komponisten.
Gleich zu Beginn der Saison 2015/2016 ist der Chor beim Antrittskonzert des neuen Chefdirigenten Valery Gergiev mit Mahlers II. Symphonie („Auferstehung“) zu hören. Werke aus dem Kernbereich des Philharmonischen Chorrepertoires wie Ludwig van Beethovens IX. Symphonie (Ode an die Freude) unter Andrew Manze und Wolfgang Amadeus Mozarts „Requiem“ unter Zubin Mehta stehen ebenso auf dem Programm wie die weniger gängigen Werke "Stabat mater" von Karol Szymanowski, dirigiert von Thomas Dausgaard, oder Alexander Skriabins "Prometheus" in einer besonderen Fassung für Frauenchor und Orchester unter der Leitung von Valery Gergiev.

Konzert und Oper

Neben dem Spektrum des gesamten Konzertchorrepertoires ist der  Chor auch ein gefragter Interpret von Opernchören und setzte die mit James Levine begonnene Tradition konzertanter Opernaufführungen, die auch unter Christian Thielemann weitergeführt wurde, fort. Dass auch Chorpartien wie Bernsteins „Candide“, Berlioz’ „La Damnation de Faust“ und Puccinis „La Bohème“ in den letzten Jahren Einzug ins Chorrepertoire hielten, dokumentiert eindrucksvoll die Vielseitigkeit des Ensembles. Erfolge gibt es auch außerhalb des Gasteigs zu feiern: Die Einspielung von Karl Goldmarks romantischer Oper „Merlin“ mit der Philharmonie Festiva unter Gerd Schaller gewann Ende 2010 den „Echo Klassik“ in der Kategorie „Operneinspielung des Jahres – 19. Jahrhundert“. Im Juli 2012 stand dann die Einspielung von Franz von Suppés „Requiem“ auf dem Programm. Diese CD war für den International Classical Music Award (ICMA) 2014 nominiert. 2014 entstand auch eine Zusammenarbeit mit den Bamberger Symphonikern, die sich mit Antonin Dvoraks „Stabat Mater“ in Konzerten bei den Internationalen Festspielen Wolfegg und im Bamberger Dom unter der Leitung von Manfred Honeck manifestierte. Die von der Kritik viel gepriesene Zusammenarbeit mit der Philharmonie Festiva wird 2015 fortgesetzt: Im Frühjahr erscheint die im Herbst 2014 eingespielte große Messe e-moll des Wiener Komponisten und Dirigenten Johann Ritter von Herbeck (1831-1877). Zudem stehen Anton Bruckners f-moll-Messe und sein 146. Psalm auf dem Programm des Ebracher Musiksommers 2015; beide Werke werden wieder vom Bayerischen Rundfunk für BR Klassik und auf CD produziert.
Neben der Pflege großartiger Chormusik nimmt auch die intensive Förderung des sängerischen Nachwuchses einen sehr wichtigen Stellenwert im Alltag des Chores ein. Mehr über den Philharmonischen Chor München, seine Projekte und seine Nachwuchsförderung erfahren Sie unter
www.philchor.net

 

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