Andrea Marcon

credit Marco Borggreve

Der italienische Organist, Cembalist und Dirigent Andrea Marcon ist inzwischen einer der anerkanntesten Musiker und Spezialisten für Alte Musik. Er wurde in Treviso (Venetien) geboren und studierte von 1983-1987 an der Schola Cantorum Basiliensis. Seine Lehrer waren u. a. Jean-Claude Zehnder (Orgel und Cembalo), Hans Martin Linde (Dirigieren), Jordi Savall (Kammermusik).

Wichtige Impulse erhielt er auch von Luigi Ferdinando Tagliavini, Hans van Nieuwkoop, Ton Koopman und Harald Vogel. 1986 gewann er den ersten Preis beim Paul Hofhaimer-Orgelwettbewerb in Innsbruck und 1991 den ersten Preis beim Cembalowettbewerb in Bologna. Heute ist Andrea Marcon auch als Leiter klassischer und frühromantischer Musik international anerkannt.

1997 gründete er das Venice Baroque Orchestra (VBO), heute eines der weltweit führenden Ensembles im Bereich Barockmusik. Seit 2009 ist Andrea Marcon zudem musikalischer Leitung des La Cetra Barockorchester Basel und seit 2013/2014 künstlerischer Leiter des Orquesta Ciudad de Granada.

Marcon ist regelmäßiger Gastdirigent an der Oper Frankfurt (Giasone, Ariodante, Orlando Furioso, Medée) und beim Festival Aix-en-Provence und wurde bereits von den Rundfunkorchestern des WDR, HR und NDR, des dänischen Rundfunks, des RSB, Orchestre Philharmonique de Monte Carlo, Mozarteum Orchester Salzburg, Luzern Sinfonie Orchester, den Bremer Philharmonikern, der Camerata Salzburg und des Mahler Chamber Orchestra eingeladen. 2012 debütierter er bei den Berliner Philharmonikern und 2015 beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Darüberhinaus arbeite er regelmäßig mit dem Freiburger Barockorchester und Concerto Köln zusammen.

In 2017/2018 und 2018/2019 leitet er am Bolshoi Theater Moskau erstmals eine Alcina Produktion. In 2018/19 wird er erneut an der Frankfurter Oper gastieren und erstmals am Schloßtheater in Drottningholm eine Ariodante Produktion leiten.

Andrea Marcon hat inzwischen auch als Operndirigent zahlreiche Produktionen dirigiert wie Marcellos Il trionfo della Musica e della Poesia; Vivaldis Orlando Furioso, Atenaide, Tito Manlio, Gloria, Magnificat und Juditha Triumphans, Cavallis Calisto und Giasone, Monteverdis Orfeo, Händels Messias, Ariodante und Alcina. Desweiteren dirigiert er regelmäßig Messen, Passionen und Kantaten von J.S.Bach. Seine Repertoire-Kenntnisse umfassen auch Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert Symphonien und frühe Opern von Rossini.

Es existieren mehr als 50 CD-Einspielungen von Andrea Marcon. Für seine CD-Aufnahmen als Organist und Cembalist bekam er viermal den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Auch seine Aufnahmen als Dirigent erhielten Preise, wie den Diapason D’Or, Choc du Monde de la Musique, Vivaldi Award of the Cini Foundation, den ECHO-Klassik und den Edison Preis.

Für Sony Classical hat er von 1999 bis 2003 sieben CDs aufgenommen, als Leiter des Venice Baroque Orchestra mit Giuliano Carmignola und der Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager und als Cembalist mit Giuliano Carmignola und Anner Bylsma. Bei der Deutschen Grammophon sind mit Andrea Marcon und dem Venice Baroque Orchestra Vivaldi’s Andromeda Liberata, zwei CDs mit Giuliano Carmignola, Vivaldi Motetten mit Simone Kermes, Konzerte für Streicher von Vivaldi und Händel, ein Vivaldi und ein Händel Album mit Magdalena Kožená, und Patricia Petibon sowie mit dem La Cetra Barockorchester Basel Caldaras „La concordia de pianeti“, Mozarts gesamte Opernouvertüren und Mozart Arien mit Mojca Erdmann, sowie eine Aufnahme mit Patricia Petibon mit dem Titel „Nouveau Monde“ erschienen. Bei Erato / Warner wurde eine Einspielung mit dem Venice Baroque Orchestra und Philippe Jaroussky mit Arien für Farinelli von Nicola Porpora veröffentlicht.

Andrea Marcon ist Professor an der Schola Cantorum Basiliensis für Orgel und Cembalo und lebt in Basel und Treviso.

 

Stand: März 2019