Barbara Hannigan

credit Elmer de Haas

Die Sopranistin Barbara Hannigan ist gleichermaßen als Sängerin auf den großen Bühnen der Welt und als Dirigentin führender Orchester aktiv. So gehören u. a. die Berliner und Münchner Philharmoniker, Göteborger Symphoniker, das Mahler Chamber Orchestra und Toronto Symphony Orchestra zu den Klangkörpern, zu denen sie eine enge Verbindung hat. Sie arbeitet mit Dirigenten und Regisseuren wie Sir Simon Rattle, Kent Nagano, Esa-Pekka Salonen, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, Kirill Petrenko, David Zinman, Vladimir Jurowski, Antonio Pappano, Alan Gilbert, Krzysztof Warlikowski, Andreas Kriegenburg, Katie Mitchell, Christoph Marthaler, Sasha Waltz und Reinbert de Leeuw. Ihr Engagement für zeitgenössische Musik führte sie auch zur Zusammenarbeit mit Komponisten wie Pierre Boulez, Henri Dutilleux, György Ligeti, Karlheinz Stockhausen, Gerald Barry, Pascal Dusapin und Hans Abrahamsen.

2011 debütierte Barbara Hannigan als Dirigentin am Pariser Théâtre du Châtelet mit Strawinskys »Renard« und stand seitdem u. a. am Pult des WDR Sinfonieorchesters Köln, der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und des Mahler Chamber Orchestra. Ihr Dirigierdebüt am Amsterdamer Concertgebouw wurde als bestes klassisches Konzert 2014 mit dem Ovatie-Preis ausgezeichnet.

Das Magazin Opernwelt kürte Barbara Hannigan für ihre Auftritte in der Saison 2012/13 zur Sängerin des Jahres. Mehrfach preisgekrönt wurde die 2013 bei der Deutschen Grammophon entstandene Aufnahme von Dutilleux' »Correspondances« mit Esa-Pekka Salonen und dem Orchestre de Radio France.

Zu ihren Erfolgen als Sängerin zählen ihr Debüt als Bergs »Lulu« am La Monnaie in Brüssel, »La Voix Humaine« an der Pariser Oper, Marie in Zimmermanns »Die Soldaten« an der Bayerischen Staatsoper, wofür sie 2015 den Theaterpreis DER FAUST erhielt, Donna Anna in »Don Giovanni« wiederum am La Monnaie, Agnes in Benjamins »Written on Skin« (in Aix-en-Provenve, am Royal Opera House Covent Garden, an der Pariser Opéra Comique und am Lincoln Center in New York) und vor kurzem die Titelrolle in Debussys »Pelléas et Mélisande« beim Festival in Aix-en-Provence. In der Saison 2016/17 gab sie ihr Debüt beim »Glyndebourne Festival« als Ophelia in Brett Deans »Hamlet«.

Im September 2017 erschien bei Alpha Classics Barbara Hannigans erstes Album als Dirigentin und Sängerin unter dem Titel »Crazy Girl Crazy«, das sie gemeinsam mit dem Ludwig Orchestra aufnahm. Neben Berios »Sequenza III« und Bergs »Lulu-Suite« ist auf der CD eine von Bill Elliott arrangierte Suite zu Gershwins »Girl Crazy« zu hören. Außerdem enthält das Album den Film »Music is Music« von Mathieu Amalric, der Hannigans Karriereweg und ihre Zusammenarbeit mit dem Ludwig Orchestra dokumentiert.

Vergangene und zukünftige Engagements als Dirigentin umfassen u. a. die Leitung des Danish National Symphony Orchestra, Swedish Radio Symphony Orchestra, Orchestre Philharmonique de Radio France, der Münchner Philharmoniker und des Ludwig Orchestra.

2017 gründete sie »Equilibrium«, ein Mentoring-Programm für professionelle Musiker, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Die erste gemeinsam erarbeitete Produktion wird Strawinskys »The Rake’s Progress« in der Saison 2018/19 mit den Göteborger Symphonikern, Münchner Philharmonikern und beim »Ojai Music Festival« sein.

Barbara Hannigans Aufnahmen wurden vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem »Gramophone Award«, dem »Edison Award« sowie einem Preis bei den »Victoires de la Musique« und der Royal Philharmonic Society. Vom Magazin »Opernwelt« wurde sie 2013 zur »Sängerin des Jahres« und vom Syndicat de la Presse Française 2012 zur »Musical Personality of the Year« gewählt. Für ihre Darstellung der Marie in »Die Soldaten« wurde sie zudem mit dem deutschen Theaterpreis »Der Faust« ausgezeichnet. Kürzlich wurde sie zum Mitglied der Order of Canada ernannt. Es gibt mehrere Filme, die sich mit Hannigans Leben als Künstlerin befassen: zwei Porträtfilme von SwissTV/Accentus und dem niederländischen Sender NTR sowie Mathieu Amalrics Kurzfilm »C’est presque au bout du monde«.

 

Stand: Februar 2019