Detlev Glanert

Die romantische Tradition von einem modernen Standpunkt aus zu betrachten, ist für den zeitgenössischen Komponisten Detlev Glanert von Bedeutung. Der gebürtige Hamburger studierte in seiner Heimatstadt von 1980 bis 1981 Komposition bei Dieter de la Motte und von 1982 bis 1984 bei Günter Friedrichs. Sein weiteres Studium führte Glanert anschließend für vier weitere Jahre bei Hans Werner Henze ins Köln fort. Als Gast verweilte er von 1992 bis 1993 in der Villa Massimo in Rom.

 

Heute gehört Detlev Glanert zu den international meist aufgeführten deutschen Komponisten seiner Generation. Sein bisheriges Werk umfasst zahlreiche Opern, Kammermusikwerke sowie Orchesterwerke. Für seine Oper "Der Spiegel des großen Kaisers" op. 24, die er in den Jahren von 1989 bis 93 verfasste, erhielt er 1993 den Rolf-Liebermann-Preis und 2001 den Bayerischen Theaterpreis für seine Oper "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" (2000). Seine Orchesterwerke umfassen u.a. drei Symphonien sowie Solokonzerte für Klavier und Violine.

 

Großen Einfluss üben auf Glanerts Schaffen die Musik Gustav Mahlers und Maurice Ravels aus. In seiner 1. Symphonie op. 6 von 1985 zitiert Glanert aus Mahlers "Das Lied von der Erde". Noch direkter benennt er in Bezug auf Mahler sein vier Jahre später enstehendes Werk "Mahler/Skizze" für Ensemble. Doch auch Ravels klangliche Sinnlichkeit ist für Glanert prägend. Ein Bezug zu Henzes Klangsprache findet sich oftmals in den Kammeropern wieder.

 

Wichtig in Glanerts Musik ist häufig die Gegenüberstellung unterschiedlicher musikalischer Elemente, wie beispielsweise historischen oder volkmusikalischen Ursprungs, die jedoch nicht zu einer Einheit verschmelzen.

 

geboren am 6. September 1960 in Hamburg