Franz Schubert

Mit den Kompositionen von Franz Schubert kehrt ein ganz neuer Ton in die Musikgeschichte ein: Eine kantable Innigkeit, die immer wieder und völlig unerwartet in depressive Trübungen und schicksalhafte, unentrinnbare Katastrophen umschlägt. Diese abrupten Stimmungsumschwünge prägen viele seiner Kompositionen, in besonderer Weise sein wohl bekanntestes Werk, die Fragment gebliebene Symphonie Nr. 7, die sogenannte "Unvollendete". Ausgehend von der Musik Haydns, Mozarts oder Salieris, bei dem er 5 Jahre lang Kompositionsunterricht nahm, weitete Schubert zunehmend die klassischen Traditionen und suchte in Orientierung an Beethovens radikaler Selbstverwirklichung, nicht dem Geschmack der Zeit, sondern der eigenen Intuition und Schöpferkraft zu folgen. Damit bereitete er der Epoche der musikalischen Romantik ebenso den Weg wie er seinen Erfolg auf einen engen Freundeskreis beschränkte. Von Schuberts Leiden an der Oberflächlichkeit der Welt, seiner Zerrissenheit zwischen Freude und Schmerz zeugen ausdrucksstark seine über 600 Kunstlieder und Liedzyklen wie "Die schöne Müllerin" oder "Die Winterreise", die für lange Zeit seinen Ruhm begründeten. Erst nachfolgende Komponisten wie Schumann, Mendelssohn oder Brahms begannen auch das umfangreiche Instrumentalwerk des früh verstorbenen Komponisten zu entdecken und zu würdigen.

 

geboren 31.01.1797 in Wien

gestorben 19.11.1828 in Wien