Joana Mallwitz

credit Nikolas Kroeger

In Hildesheim geboren, erhielt Mallwitz ihre musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, wo sie mit 13 Jahren in den ersten Jahrgang des Instituts zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter aufgenommen wurde. Sie studierte Dirigieren bei Martin Brauß und Eiji Oue sowie Klavier bei Karl-Heinz Kämmerling und Bernd Goetzke. 2009 wurde sie mit dem „Praetorius Musik-Förderpreis“ des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.

Bereits mit Beginn der Spielzeit 2014/2015 trat Mallwitz als jüngste Generalmusikdirektorin Europas ihr erstes Leitungsamt am Theater Erfurt an. Zusätzlich zur Einstudierung großer Neuproduktionen rief sie dort die Orchester-Akademie des Philharmonischen Orchesters Erfurt ins Leben und begründete das Composer in Residence-Programm „Erfurts Neue Noten“. Außerdem konzipierte Mallwitz das erfolgreiche Konzertformat der „Expeditionskonzerte“, in denen sie die Doppelrolle als Dirigentin und Moderatorin am Klavier übernimmt, um dem Publikum ein Werk der sinfonischen Literatur näherzubringen.

Dieses Format brachte sie auch an ihre neue Wirkungsstätte am Staatstheater Nürnberg mit, wo sie in ihrer ersten Spielzeit als neue Generalmusikdirektorin für die Neuproduktionen von Prokofjews „Krieg und Frieden“ und Wagners „Lohengrin“ verantwortlich war, die beide in der überregionalen Presse einhellig gefeiert wurden. Es folgten ihre Debüts an der Bayerischen Staatsoper („Eugen Onegin“ und „L‘elisir d‘amore“) und an der Oper Oslo („Der Rosenkavalier“). Konzertengagements führten sie zum HR Sinfonieorchester, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Philharmonia Orchestra London, den Dresdner Philharmonikern, den Göteborger Symphonikern, der Kremerata Baltica und dem Royal Danish Orchestra.

In dieser Spielzeit dirigierte Joana Mallwitz in Nürnberg u. a. Neuproduktionen von „Don Carlos“ und „Peter Grimes“. An der Oper Frankfurt brachte sie zusammen mit Barrie Kosky eine neue „Salome“ heraus. Im Sommer 2020 wird sie bei den Salzburger Festspielen die Neuinszenierung von “Così fan tutte” in der Regie von Christof Loy leiten. Sie ist die erste Frau in der Geschichte der Festspiele, der eine gesamte Aufführungsserie anvertraut wird. Weitere Gastengagements führen sie zum ersten Mal an die Wiener Staatsoper mit “Madama Butterfly” und mit einer Neuproduktion von “Der fliegende Holländer” an die De Nationale Opera Amsterdam, neben Konzerten mit den Münchner Philharmonikern, Dallas Symphony, Oregon Symphony und WDR Köln.

 

Stand: Juli 2020