Lorenz Nasturica-Herschcowici

credit Hans Engels

Lorenz Nasturica-Herschcowici absolvierte sein Geigenstudium bei Stefan Gheorghiu; nach dem Studium ging er mit seiner Familie nach Israel. Bevor Lorenz Nasturica-Herschcowici im Jahr 1992 Erster Konzertmeister bei den Münchner Philharmonikern wurde, war er in gleicher Position im Orchester der Finnischen Staatsoper Helsinki tätig. Als Solist trat er unter so namhaften Dirigenten wie Sergiu Celibidache, Christian Thielemann, Lorin Maazel und Zubin Mehta auf. Von diesen Konzerten sind Video- und CD-Aufnahmen entstanden.

Nach dem Tod von Sergiu Celibidache 1996 gründete er das Trio Celibidache, mit dem er zahlreiche Tourneen im In- und Ausland unternimmt. Im Jahr 2000 wurde Lorenz Nasturica-Herschcowici 1. Geiger des Berliner Philharmonischen Oktetts. Bei zahlreichen Ensembles der Berliner Philharmoniker, wie z.B. den Philharmonischen Virtuosen Berlin, dem Sextett der Berliner Philharmoniker sowie der Sinfonietta Berlin, ist er Mitglied und wirkt als Konzertmeister und Solist mit. Außerdem hat er 2012 das neue Oktett Philharmoniker-Berlin-München-Wien gegründet, das aus Mitgliedern der Spitzenorchester Europas besteht. Diese bekleiden bei den Berliner, Münchner und Wiener Philharmonikern Konzertmeister- und Solo-Positionen. Im Jahr 2012 erhielt Lorenz Nasturica-Herschcowici eine Professur in Tokyo am Senzoku Gakuen College of Music.

Seit 2004 leitet er das Kammerorchester der Münchner Philharmoniker, mit dem er viele Konzerte spielt, u.a. mit Hélène Grimaud, Anne-Sophie Mutter und Nikolaj Znaider, und zu internationalen Gastspielen eingeladen wird. 2011 unternahm das Kammerorchester der Münchner Philharmoniker unter seiner Leitung eine Deutschland-Tournee zusammen mit Martin Stadtfeld.

Seit 2013 leitet Lorenz Nasturica-Herschcowici das Stradivari-Ensemble des Mariinsky Theaters St. Petersburg, wo er als Dirigent und Solist tätig ist. Ebenso ist er erster Gastkonzertmeister beim Mariinsky Theater unter der Leitung von Valery Gergiev. Im Dezember 2013 spielte er unter Maestro Gergiev Brahms' Doppelkonzert in St. Petersburg und im Februar 2014 gemeinsam mit Daniel Müller-Schott unter der Leitung von Lorin Maazel in München, Madrid und Barcelona.

Egbert Tholl schrieb 2010 in der "Süddeutschen Zeitung": "Wenn man einen Konzertmeister wie Lorenz Nasturica-Herschovici hat, dieses im Leben und Spielen beeindruckende Gesamtkunstwerk eines Teufelsgeigers, dann bräuchte man eigentlich keinen Solisten mehr." Über ihn war 2014 im Münchner Merkur zu lesen: "Einen blendenden, von geigerischer Eleganz geprägten Solo-Auftritt hatte Konzertmeister Lorenz Nasturica-Herschovici, der mit Daniel Müller-Schott Brahms' Konzert für Violine und Cello spielte. Das Publikum feierte den Konzertmeister noch einmal, als er sich für Sibelius zu den Seinen setzte."

Lorenz Nasturica-Herschcowici spielt eine Geige von Antonio Stradivari, „Rodewald" von 1713 (private Leihgabe).