Luciano Berio

Luciano Berio, der 2003 in Rom verstorbene Nestor der italienischen Moderne, wurde 1925 in Oneglia in der Nähe von Genua / Oberitalien geboren. Nach seinem Musikstudium am Mailänder Konservatorium arbeitete er zunächst bei der RAI, wo er das "Studio di Fonologia" gründete und eine gleichnamige Konzertreihe ins Leben rief. Seine umfassende Lehrtätigkeit führte ihn u. a. an die Harvard University, an die Juilliard School of Music in New York und an die Royal Academy of Music in London. Bis 1980 leitete Berio die elektroakustische Abteilung des IRCAM in Paris, 1981 gründete er das "Tempo Reale", ein Institut für Neue Musik in Florenz. Auch als Organisator von innovativen Konzertreihen und als Dirigent ist Berio hervorgetreten: 1955 gründete er in Mailand die "Incontri musicali", 1967 war er maßgeblich an der Gründung und Leitung des Juilliard Ensembles in New York beteiligt, 1975 übernahm, er die Leitung des Israelischen Kammerorchesters, und 1984 wurde er Direktor des "Maggio Musicale Fiorentino". In seinen Kompositionen vertrat Berio den Standpunkt des "offenen Kunstwerks", das sein Material unabhängig von aktuellen Moden und Formästhetiken aus dem Fundus der Musikgeschichte immer wieder neu zusammenstellt. Berios Spurensuche reichte von Monteverdi über Schubert bis zu Puccini, und führte ihn über raffiniert eingesetzte Collage-Techniken zu einer Kunst der permanenten Anverwandlung.

geboren 24.10.1925 in Oneglia