Olivier Messiaen

Als der französische Komponist Olivier Messiaen einmal gefragt wurde, welches die prägenden Einflüsse seines Schaffens seien, antwortete er: "Der katholische Glaube, die Tristan-Sage und der Vogelgesang." Und in der Tat finden sich in seinem umfangreichen Werk zahlreiche Belege für diese Prägung. So gibt es kaum ein Werk Messiaens, das nicht einen religiösen Hintergrund aufweist, kaum eines, in dem nicht in irgend einer Form Vogelstimmen zu hören sind. 1908 in Avignon geboren, studierte er von 1919 bis 1930 am Pariser Conservatoire Harmonielehre, Kontrapunkt, Orgel, Klavier und Schlagzeug. Entscheidende Anregungen erhielt er durch seine Lehrer Marcel Dupré und Paul Dukas, wodurch er sich in eine spezifisch französische Tradition einordnet. Den Neoklassizismus eines Igor Strawinsky oder Francis Poulenc, wie er zu seiner Studienzeit stilistisch in Mode war, lehnte er als zu akademisch ab und gründete 1936 mit einigen befreundeten Komponisten, darunter André Jolivet, die Gruppe der "Jeune France", die sich als eine Gegenbewegung zum Neoklassizismus verstand. Als Lehrer von Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Iannis Xenakis wird er seinerseits prägend für eine Komponistengeneration, die die Entwicklung der Neuen Musik im 20. Jahrhundert maßgeblich bestimmt hat.

geboren 10.12.1908 in Avignon

gestorben 28.4.1992 in Paris