Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 C-Dur op. 26

1921 verbrachte Prokofjew den Sommer in Saint Brèvin-les-Pins an der bretonischen Küste. Der Tagesablauf unterlag einer strengen Ordnung, ganz wie es seinem Naturell entsprach: "Ich stehe auf um 8.30 Uhr. Nachdem ich eine heiße Schokolade getrunken habe, sehe ich nach, ob der Garten noch da ist, wo ich ihn vermute. Dann setze ich mich an die Arbeit: Ich schreibe gerade das 3. Klavierkonzert!" Besonders in der Emigration wollte Prokofjew die Brücken zurück nach Russland musikalisch untermauern, und so integrierte er, gleichsam zur Rückversicherung der eigenen Identität, zahlreiche Skizzen in die Komposition, die noch in St. Petersburg in den Jahren 1911 bis 1917 entstanden waren - darunter Aufzeichnungen für ein "sehr passagenreiches Klavierkonzert" und Material, das ursprünglich für das sog. "Weiße Quartett" bestimmt war: ein in den St. Petersburger Studienjahren konzipiertes experimentelles Kammermusikwerk, für dessen Übertragung auf das Klavier man lediglich die weißen Tasten benötigt hätte. Trotz der "russischen" Skizzen geriet das Endresultat nicht zum Folklore-Aufguss, sondern war wohlweislich um eine weltmännische Attitüde bemüht.