Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3

Nach dem großen Erfolg des "Concerto for Orchestra" häuften sich bei Béla Bartók die Kompositionsaufträge, auf die er in den ersten Jahren seines amerikanischen Exils vergeblich gehofft hatte. Sie kamen auch in anderer Hinsicht "zu spät", denn Bartóks Leukämie-Erkrankung war um die Mitte der 40er Jahre bedrohlich weit fortgeschritten und zehrte an seinen ohnehin schwachen Kräften: "Ich habe keine Ahnung, wann und wo ich diese vielen Noten schreiben soll...!" Dabei handelte es sich auch um die Noten des 3. Klavierkonzerts, das Bartók seiner Frau (und früheren Klavierschülerin) Ditta Pásztory zugedacht hatte, ohne die Widmung in die Partitur zuletzt noch einfügen zu können. Aber auch die Instrumentation blieb Fragment und musste von Bartoks Schüler Tibor Serly ergänzt werden. Das 3. Klavierkonzert trägt alle Züge eines (gewollten ?) kompositorischen Testaments und hebt sich von seinen beiden Vorgängern durch Leichtigkeit und menschliche Wärme ab: Im "Adagio religioso" des Mittelsatzes zitiert Bartók den "Dankgesang eines Genesenden an die Gottheit" aus Beethovens Streichquartett op. 132 und unterstreicht so das Bekenntnishafte seines letzten Werks.