Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53

Zu den leider etwas weniger häufig gespielten Violinkonzerten des 19. Jahrhunderts gehört Dvořáks Konzert in a-Moll op. 53. Trotzdem gab und gibt es immer wieder Musiker, die eine Vorliebe gerade für dieses Konzert haben. Der Geiger Nathan Milstein war der Auffassung, dass Dvořáks Konzert eigentlich genauso viel Aufmerksamkeit verdiene, wie auch die anderen großen Konzerte für Violine. Besonders nahe kam ihm der slawische Charakter des Konzertes, mit dem er sich gut identifizieren konnte. Der romantische zweite Satz und der eloquente und brilliante dritte gefielen ihm sehr. Hierbei verwendete Dvořák böhmische Tanzrhythmen wie den Furiant oder Dumka. Die Qualität der Musik stand für Nathan Milstein ganz außer Frage.

Erste Anregung für ein Violinkonzert erhielt Dvořák von seinem Verleger Simrock, der nach einem originellen, kantilenenreichen Konzert für gute Geiger anfragte. So begann Dvořák 1879 mit ersten Skizzen. Eine erste Fassung des Konzertes legte er dann dem berühmten Geiger Joseph Joachim, den er zu diesem Zeitpunkt auch kennengelernt hatte, zur Begutachtung vor. Joachim Kritik war so umfassend, dass Dvořáks sein Konzert stark abänderte. Auf weitere Empfehlung Joachims änderte Dvořák abermals das Konzert, was meist die nach Meinung Joachims dicke Orchestrierung und einige geigerische Passagen betraf. Trotz allen Bemühungen Dvořáks führte Joachim dieses Konzert niemals öffentlich auf. Stattdessen erklärte sich der Geiger František Ondříček bereit, das Konzert am 14. Oktober 1883 in Prag mit dem Orchester des Nationaltheaters unter der Leitung Mořic Anger uraufzuführen.