Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61

Bei der Uraufführung im Jahre 1806 fiel Beethovens Violinkonzert beim Publikum so gründlich durch, dass es 40 Jahre dauerte, bis das Konzert durch den Geiger Joseph Joachim rehabilitiert wurde und Eingang ins Repertoire fand. Was zu Anfang des 19. Jahrhunderts als Mangel angesehen wurde, gilt heute als die besondere Qualität dieses "Gipfelwerks" der Violinliteratur: der Verzicht auf bloße Virtuosität. So legt Beethoven hier den Schwerpunkt auf Sanglichkeit der Melodienführung und das Ineinandergreifen von Orchester und Soloinstrument. Beispielhaft wird diese neue Form des Konzertierens im Finale, wo Violine und Orchester in Dialog treten und im Larghetto, dessen lyrische Melodie vom Orchester getragen und von der Solostimme fortgesponnen und ergänzt wird. Als "klassisches Paradebeispiel" avancierte das ernste Konzert zum Vorbild der spätromantischen Gattungsbeiträge.