Konzert für Violoncello und Blasorchester

Friedrich Gulda – Klaviervirtuose, Jazz-Pianist und Enfant terrible der Klassikwelt. Mit seinen Interpretationen von Bach, Mozart und Beethoven setzte er Maßstäbe, war aber gleichzeitig als Jazzer bei Größen wie Chick Corea, Herbie Hancock oder Joe Zawinul hoch geschätzt. 1980 schrieb er für Heinrich Schiff, einen „Mordscellisten“, ein Konzert für Violoncello und Blasorchester, das gleich bei seiner Uraufführung sensationell reüssierte. Das Besondere: Friedrich Gulda stellt allerhöchste Cello-Virtuosität unverhohlen neben volkstümliche Blasmusik und jazzigen Rock und mixt dabei die verschiedenen Genres gehörig durcheinander. Da steht ein idyllischer Ländler, der an Schubert erinnert, neben Funk, Bierzelt-Umpf-Tata neben eklektischem Jazz. Und mittendrin wird dem Cellisten in einer ausschweifenden Solo-Kadenz, die einem wilden Ritt durch die verschiedensten Epochen und Stile gleicht, Einiges abverlangt. Auf Provokation war Gulda in diesem Falle nicht aus, sondern darauf, sein Publikum zu erfreuen. Dieses dankte es ihm mit langanhaltender Liebe zu diesem ungewöhnlichen Werk.