"Petrouchka", Fassung von 1911

Vor der musikalischen Umsetzung der "Pétrouchka" (um 1910) hatte Strawinsky laut eigener Aussage folgende Idee: "In meiner allerersten Vorstellung sah ich einen langhaarigen Mann im Abendanzug: das romantische Bild des Musikers oder Dichters. Dieser setzte sich ans Klavier und wütete Zusammenhangloses auf den Tasten während das Orchester mit leidenschaftlichen Protestausbrüchen und akustischen Fausthieben antwortete." In Zusammenarbeit mit Diaghilew und dem russischen Bühnenbildner Alexandre Benois entstand aus diesem Einfall das Ballett "Pétrouchka".

In vier Bildern wird die Geschichte von Pétrouchka, dem Kasperl des russischen Jahrmarkts, der Ballerina und dem Mohr erzählt. Pétrouchka ist eifersüchtig auf den Mohr, da dieser mit der Ballerina anbandelt. Es kommt zu Auseinandersetzungen, bis Pétrouchka schließlich vom Mohr ermordet wird und sich fortan als Geist des Theaters über alle Menschen lustig macht. Die freie Kombination verschiedenster Elementen wie zum Beispiel Zitate, Volkslieder und Walzer, stellt auch in musikalischer Hinsicht einen Wendepunkt in Strawinskys Schaffen dar und wird zur Grundlage aller späteren Werke.