Streichoktett Es-Dur op. 20

Das Oktett op. 20 war für Mendelssohn "das Liebste aus seiner Jugendzeit". Erstaunlich ist die Meisterschaft, mit der der erst Sechzehnjährige hier die kompakte Achtstimmigkeit mühelos und höchst individuell bewältigte. So berichtete sein Kompositionslehrer Carl Friedrich Zelter voller Stolz an Johann Wolfgang von Goethe, dass sein Schüler Felix "soeben wieder ein Oktett für acht obligate Instrumente vollendet" habe, "das Hand und Fuß hat". Daher verwundert es auch nicht, dass das Oktett op. 20 zusammen mit der im darauffolgenden Jahr entstandenen "Sommernachtstraum"-Ouvertüre den Ruhm Mendelssohns begründete und seine Wahrnehmung in der weiteren Rezeptionsgeschichte bestimmte, zumal der für Mendelssohns Kompositionsstil als typisch empfundene Scherzo-Charakter der "Sommernachtstraum"-Ouvertüre bereits im Scherzo des Oktetts angelegt ist und in zahlreichen späteren Werken wieder anklingt. Eine Umarbeitung zu einer Streicherfassung lag nahe - nach Anweisung von Mendelssohn sollte bereits das Oktett "im Style eines symphonischen Orchesters gespielt werden".