Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Im Vergleich mit seinen späteren Symphonien erscheint uns heute Ludwig van Beethovens zweite Symphonie recht brav und klassisch. Vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Produktion dagegen ist diese 1801/02 entstandene Symphonie mit ihren krassen Wechseln in der Dynamik dem scharf zur Geltung gebrachtem Kontrast zwischen Dur und Moll durchaus avantgardistisch. Zudem wird der Hörer in seiner Hörerwartung immer wieder auf falsche Fährten gelockt - dies jedoch nicht, wie etwa bei Joseph Haydn, quasi augenzwinkernd, sondern geradezu dramatisch. So verwundert es auch nicht, dass Beethovens Zeitgenossen der zweiten Symphonie zunächst ablehnend gegenüberstanden. So finden sich In Rezensionen Formulierungen wie "düster", "wild", "grell" oder "überkünstlich". So bleibt es ein bis heute spannendes Unterfangen, diese musikalischen Kühnheiten interpretatorisch zur Darstellung zu bringen und damit für den heutigen Hörer aufs Neue erlebbar zu machen.