Symphonie Nr. 4

Witold Lutoslawski wurde schon früh als "Klassiker der Moderne" apostrophiert und von progressiven wie konservativen Kreisen gleichermaßen akzeptiert. Der Sohn eines polnischen Widerstandskämpfers gegen das russische Besatzungsregime, der 1918 hingerichtet worden war, musste später selbst in den Untergrund gehen - diesmal als Schutzmaßnahme vor den Deutschen, die Warschau besetzt hatten. Dort schlug sich Lutoslawski als Barpianist und Musiklehrer durch und arbeitete ab 1941 an seiner 1. Symphonie, die von den Kommunisten 1948 prompt als "formalistisch" verurteilt wurde. Zahlreiche stilistische Metamorphosen ließen den allseits verehrten Vater der polnischen Moderne gegen Mitte der 80er Jahre zu einem Spätstil finden, für den die Musik von Gustav Mahler und vor allem der französische Impressionismus Pate standen. An ihm schätzte Lutoslawski seinen Hang zur Klarheit und zur Abstraktion: "Ich war stets Befürworter einer abstrakten Auffassung von Musik. Musik drückt durch sich allein keinerlei nicht-musikalische Inhalte aus. Musik ist...Musik !"