Symphonie Nr. 5 cis-Moll

Nach den vier großen Vokalsymphonien, in denen er Bezug auf sein eigenes Liedschaffen wie die "Lieder eines fahrenden Gesellen" und die Lieder "Aus des Knaben Wunderhorn" nahm, distanzierte sich Mahler zunächst von dem Einbezug des Gesangs in die Symphonik und schuf drei große Instrumentalsymphonien. "Die Symphonie muss etwas Kosmisches an sich haben, muss unerschöpflich wie die Welt und das Leben sein, wenn sie ihres Namens nicht spotten soll", verkündete Mahler, als er sich im Sommer 1901 an die Konzeption seiner 5. Symphonie machte. Diese Hinwendung zur Welt und damit zum Diesseits steht im Kontrast zu der Jenseitsbezogenheit der vier ersten Symphonien wie auch zu den zur gleichen Zeit entstandenen "Kindertotenliedern" und markiert zugleich den Beginn eines neuen symphonischen Stils. Noch gewaltiger als bisher präsentiert sich hier der Orchesterapparat - die teils sechsfache Blechbläser-Besetzung empfanden Zeitgenossen als "Schwere eines Eisenpanzers" - und auch die formale Anlage steigert sich ins Überdimensionale: Allein das Scherzo zählt über 800 Takte und für die Aufstellung der Themen und Motive beanspruchte Mahler einen eigenen Satz, den er als "Trauermarsch" dem eigentlichen Geschehen voranstellte. Berühmtheit erlangte vor allem der vierte Satz der Symphonie, das nur von Streichern und Harfe gespielte "Adagietto", das Luchino Visconti für seine Verfilmung der Thomas Mann-Novelle "Tod in Venedig" benutzte.