Symphonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Nachdem Schostakowitsch als Reaktion auf seine Oper "Lady Macbeth von Mzensk" in der führenden sowjetischen Zeitung "Prawda" der "linken Entartung" und des "kleinbürgerlichen Formalismus" angeklagt worden war, beschloss er, sich der kulturpolitischen Diktatur zu beugen. Die 5. Symphonie ist erstes Zeugnis seines neuen musikalischen Weges, auf dem er sich, um einem Schaffensverbot zu entgehen, scheinbar zurückbesinnt auf die Epoche der spätromantischen Moderne. Die triumphal gefeierte Symphonie lässt den Einfluss des von Schostakowitsch verehrten Gustav Mahler erkennen, sowohl was ihre Monumentalität und die Verwendung volkstümlicher Themen als auch ihre Harmonik betrifft. Trotz der hier vollzogenen Abkehr von experimentellen Techniken einer Gegenwartsmusik, hat Schostakowitsch die 5. Symphonie als autobiographisch bezeichnet - nicht von ungefähr weist ihr Schluss-Satz große Ähnlichkeit mit dem zweiten Satz der 10. Symphonie auf, wo Schostakowitsch 1953 "das schreckliche Gesicht von Stalin" porträtierte...