Symphonie Nr. 8 C-Dur D 944 "Große"

Am späten Erfolg von Franz Schuberts 8. Symphonie waren drei große Komponisten beteiligt: Zuerst natürlich ihr Schöpfer selbst, der das Werk zwischen Sommer 1825 und Frühjahr 1826 komponierte. Doch als die Symphonie 1827 aufgeführt werden sollte, wurde sie schon in den Proben als zu lang und zu schwierig befunden und abgelehnt. Und so verschwand das Werk in Schuberts Schublade und nach seinem Tod 1828 zusammen mit weiteren Werken in seinem Nachlass. Als Robert Schumann diesen einige Jahre später sichtete, stieß er auf die Partitur des Werkes und war sofort begeistert. In einem enthusiastischen Aufsatz schrieb er: "Hier ist, außer meisterlicher Technik der Komposition, noch Leben in allen Fasern, Kolorit bis in die feinste Abstufung, Bedeutung überall, schärfster Ausdruck des einzelnen, und über das Ganze endlich eine Romantik ausgegossen, wie man sie schon anders woher bei Schubert kennt. Und diese himmlische Länge der Symphonie, wie ein dicker Roman in vier Bänden von Jean Paul." Doch es bedurfte noch eines Dritten, Felix Mendelssohn Bartholdy, der überzeugt von seinem Freund Schumann, das Werk 1839, 11 Jahre nach Schuberts Tod, im Rahmen der Leipziger Gewandhauskonzerte zur Uraufführung brachte. Seither gilt Schuberts 8. Symphonie nicht nur als Krönung seines symphonischen Schaffens, sondern als eines der größten Werke der gesamten symphonischen Literatur.