Es war vielleicht auch Trotz im Spiel, als Henry Purcell, der wohl wichtigste Komponist Englands im späten 17. Jahrhundert, seine »Fantasias « oder »Fancys« zu Papier brachte. Denn die Restauration der Monarchie 1660 löste eine allgemeine Begeisterung für die französische Musik aus, die auch der englische König Karl II. sehr schätze. Die »Fantasias« galten hingegen als »alte Musik« und waren nicht nur verpönt, sondern beim König geradezu verhasst. Das schreckte den jungen Purcell, damals gerade einmal 21 Jahre alt, jedoch nicht ab. Mit seinen drei- und vierstimmigen »Fantasias« für Violenensemble stellte er sein immenses Können als Melodiker und Kontrapunktiker unter Beweis. Vor allem verblüffen immer wieder die scharfen Dissonanzen, die er aus der altenglischen Vorliebe für Querstände gewann. Innerhalb Purcells OEuvre bilden die »Fantasias« gewissermaßen sein kompositorisches Gesellenstück.
– Martin Demmler
Henry Purcell galt schon zu seinen Lebzeiten während des Barock als der bedeutendste englische Komponist. Er war Organist an der Westminster Abbey an der Chapel Royal. Seine Werke wurden von den Zeitgenossen und Nachfolgern, namentlich auch von…