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Dmitrij Schostakowitsch: Auszüge aus der Suite zu »Moskau, Tscherjomuschki«

»In Tscherjomuschki blühen die Kirschenbäume. Und die Träume aller Leute, die hier wohnen, gehen in Erfüllung.« Tun sie das wirklich? Es kommt auf die Träume an! Mitte der 1950er-Jahre herrscht Wohnungsnot in Moskau. Die politische Antwort: Plattenbauten. Das vermeintliche Vorzeigeprojekt entsteht im Moskauer Stadtteil Tscherjomuschki (dt. »Kirschbäume«). Schnell und billig für die Masse – die neuen, meist fünfstöckigen Hochhäuser bieten zwar vielen Moskowitern den ersten eigenen Wohnraum, allerdings auch viel Platz für Hohn und Spott: Baumängel, Korruption und Schikane stehen an der Tagesordnung. Aus diesem gesellschaftlichen Pulverfass macht Dmitrij Schostakowitsch etwas, das niemand von ihm erwartet hätte: In einer rasanten Operette nimmt er die russische Lebensrealität in der Zeit des politischen Tauwetters nach Stalin aufs Korn, gespickt mit bissigem Humor, Satire und kurzweiligen Ohrwürmern zum Mitpfeifen. Auf nach Tscherjomuschki!

 

– Marvin Josef Deitz

Dmitrij Schostakowitsch

Geboren am 25. September 1906 in St. Petersburg, kam Schostakowitsch schon als Kind mit russischer und deutscher Musik in Berührung. Mit dreizehn Jahren begann er sein Studium (Klavier und Komposition) am Petrograder Konservatorium, das er 1925…

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