Aus Sorge, seine Schauspielmusik zu Ibsens »Peer Gynt« könnte außerhalb Norwegens nicht gespielt werden, stellte Edvard Grieg zwei Orchestersuiten zusammen — und sorgte damit für eine Planübererfüllung: Die »Morgenstimmung« und »In der Halle des Bergkönigs« zählen heute zu den populärsten Werken der Klassik überhaupt. Die beiden aus der Schauspielmusik zusammengestellten Orchestersuiten feierten ab 1888 weltweit Triumphe und sind seither zum Inbegriff nordischer Klangpoesie, aber auch wilder instrumentaler Charakterzeichnung geworden. Seine Musik öffnet darin dem Publikum die düstere, ihm selbst, wie zahlreiche Äußerungen belegen, so »unverdaulich« erscheinende Geschichte. Sie zeichnet mit feinen Linien ihre Figuren – lässt bei Bedarf aber auch den wilden Hund von der Kette. Die »Peer Gynt«-Suite Nr. 1 bildet von der Handlung, ihrer theatralen Wucht und Intensität zwar definitiv nur einen kleinen Ausschnitt ab, sie steht weder für eine echte Szenenfolge, noch gar für das eigentliche Nacherzählen der Geschichte. Doch sie spiegelt mit ihren pur musikalischen Reizen durchaus die Charakteristik des Gesamtwerks wider, das sie bis heute so erfolgreich repräsentiert.
Der in Bergen / Norwegen geborene Sohn eines vermögenden Kaufmanns und einer Pianistin studierte von 1858 bis 1862 am Leipziger Konservatorium Klavier und Komposition. Zu dieser Zeit gewann Edvard Grieg bei Konzerten des berühmten…