Imogen, die einzige Tochter des Komponisten Gustav Holst, zeigte schon in früher Jugend eine auffällige musikalische Begabung. Doch als Komponistin wurde ihr zu Lebzeiten wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Sehr viel bekannter war sie als Musikpädagogin. Sie entwickelte Dartington zu einem der wichtigsten musikalischen Ausbildungszentren in Großbritannien. Später war sie über Jahrzehnte die rechte Hand von Benjamin Britten bei seinem berühmten Festival in Aldeburgh. Ihr »Phantasy Quartet« entstand 1928 als Beitrag zum Cobbett-Wettbewerb, mit dem der britische Mäzen Walter Willson Cobbett das Genre der Consort Music wiederbeleben wollte. Obwohl ihr damals der Preis zuerkannt wurde, fand die Uraufführung des kurzen, einsätzigen Werkes erst 2007 statt, mehr als 20 Jahre nach dem Tod der Komponistin. Das Werk beginnt sehr sanft mit einer kurzen, ausdrucksvollen Melodie der ersten Violine, die auch im weiteren Verlauf meist führend bleibt. Der Tonfall ist elegisch-melancholisch, die Grundstimmung pastoral. Nach einem etwas belebteren Mittelteil folgt eine Reprise, die durch die Transposition in tiefere Register den expressiven Charakter des Stückes noch verstärkt.
– Martin Demmler
Imogen Holst war die Tochter des Komponisten Gustav Holst und studierte am Royal College of Music in London. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie von 1941 bis 1944 als Organisatorin beim Council for the Encouragement of Music and the Arts und…