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Bohuslav Martinů: »Polní mše« (Feldmesse) für Bariton, Männerchor und Ensemble H 279

1939 fühlte sich Bohuslav Martinů, der seit 16 Jahren in Paris lebte, tief beunruhigt. Die Nazis hatten seine tschechische Heimat okkupiert, er selbst wurde als politischer Gegner auf eine »Rote Liste« gesetzt. Als die Wehrmachtstruppen am 1. September Polen überfielen, ahnte er, dass er auch in Frankreich nicht mehr sicher sein würde. Zur Unterstützung der tschechoslowakischen Freiwilligen an der französischen Frontlinie komponierte er im Herbst seine »Feldmesse«, die unter freiem Himmel aufgeführt werden sollte. Dieser Idee entsprechend verzichtet das Werk auf Streicher und beschränkt sich im Orchester auf militärerprobte Blasinstrumente, Schlagwerk, Harmonium und Klavier. Der Text, der von einem Männerchor und einem Solobariton gesungen wird, folgt nicht den Sätzen des Messordinariums, sondern kombiniert das Vaterunser und Psalmzitate mit Versen von Jiří Mucha. Als »Gebet für die Heimat« hat Martinů die »Feldmesse« bezeichnet, die trotz ihres düsteren Hintergrunds auch Hoffnung weckt.