Auch Jean Cras machte Karriere in der französischen Marine. Im Alter von 17 Jahren trat er seinen Militärdienst an, ohne sich jedoch von seinen musikalischen Ambitionen zu verabschieden. Wann immer dies möglich war, ließ er sogar ein Klavier in seine Kabine bringen, um in den Freistunden zu komponieren. »Als Komponist«, schrieb Cras, »bin ich der Sklave, als Marineoffizier der Meister. Komponieren bedeutet für mich, einer höheren Macht zu gehorchen, die mir ihre Wünsche diktiert und der ich gehorche wie ein bescheidener Schüler.« Dass Cras heute weit weniger bekannt ist als sein Altersgenosse Maurice Ravel, hängt auch damit zusammen, dass ihn seine weiten Schiffsreisen vom Pariser Musikleben fernhielten. In seinem Quintett für Flöte, Harfe und Streichtrio sind die Einflüsse Debussys und Ravels unüberhörbar. Ein dichtes Motivgewebe überspannt alle vier Sätze, immer wieder durch tänzerische Rhythmen aufgelockert.
– Martin Demmler
Jean Cras machte Karriere in der französischen Marine. Im Alter von 17 Jahren trat er seinen Militärdienst an, ohne sich jedoch von seinen musikalischen Ambitionen zu verabschieden. Wann immer dies möglich war, ließ er sogar ein Klavier in seine…