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John Adams: »Shaker Loops« für Streichorchester

An „Shaker Loops“ lässt sich exemplarisch John Adams' Stilentwicklung nachvollziehen. Mit seinem 1978 entstandene Streichquartett „Wavemaker“ stieß der amerikanische Komponist an die Grenzen des Minimalismus. Die technische Herangehensweise blieb hinter seiner Inspiration zurück. Aus Fragmenten von „Wavemaker“ entwickelte er 1978 „Shaker Loops“, wobei er an der Idee der oszillierenden Klangflächen, die John Adams mit den feinen Wellen (waves) einer leicht bewegten Wasseroberfläche verglich, festhielt. Die ursprüngliche Quartett-Besetzung wurde zu einem Septett und schließlich zum Streichorchester ausgeweitet, um mehr akustische Kraft hinzuzufügen. Dazu trat die aus der elektronischen Musik stammende Idee von musikalischen „Loops“ (Schleifen), bei der kurze melodisch-rhythmische Abschnitte in Endlosschleife aneinandergereiht und überlagert werden. Der Begriff „Shaker“ bezieht sich zum einen auf das tremolierende Zittern (to shake) der Streicher, zum anderen auf die christliche Sekte der Shaker, die für ihre ekstatischen Tänze bekannt war. Dieses dynamische, fast elektrisch-hitzige Element, das im geordneten Universum des Minimalismus fehl am Platz gewesen wäre, zeichnet „Shaker Loops“ aus und macht es zu einem der meist gespielten Werke John Adams'.

John Adams

Komponist, Dirigent, kreativer Vordenker – John Adams nimmt in der US-amerikanischen Musikwelt eine singuläre Stellung ein. In der zeitgenössischen klassischen Musik ragen seine Werke, seien es sein symphonisches Schaffen oder seine Opern, mit ihrer…

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