Bogengitarre, Guitare d'amour oder eben Arpeggione – hinter diesen Bezeichnungen verbirgt sich eines der seltsamsten Instrumente der Musikgeschichte. Es wird mit dem Bogen gestrichen wie ein Cello, trägt ansonsten aber Merkmale einer Gitarre (Saitenzahl, Stimmung, Korpus, Bünde). Erfunden 1823 vom Wiener Geigenbauer Johann Georg Stauffer, wäre es aufgrund seines matten Klangs wohl rasch wieder in Vergessenheit geraten, hätte ihm Franz Schubert nicht eines seiner schönsten kammermusikalischen Werke gewidmet. Schuberts »Arpeggione-Sonate« a-Moll ist formal und im begleitenden Klavierpart eher zurückhaltend angelegt – aber was für eine melodische Eleganz und Tiefe! Auch wenn Aufführungen mit Cello oder Bratsche immer nur einen Notbehelf darstellen, hat sich das Stück seinen festen Platz im Repertoire gesichert, als Liebling des Publikums sowie der Ausführenden gleichermaßen. Noch einen Schritt weiter ging der Schweizer Cellist Antonio Tusa, der das Werk 1935 für Cello und Orchester bearbeitete und so den Klavierpart in ein Fest der Klangfarben verwandelte.
– Marcus Imbsweiler
Mit den Kompositionen von Franz Schubert kehrt ein ganz neuer Ton in die Musikgeschichte ein: Eine kantable Innigkeit, die immer wieder und völlig unerwartet in depressive Trübungen und schicksalhafte, unentrinnbare Katastrophen umschlägt. Diese…
Zu Franz Schubert