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Ethel Smyth: Streichquartett e-Moll

Ethel Smyth war bereits als junge Frau äußerst durchsetzungsfähig. Als ihr die Eltern eine musikalische Ausbildung am Konservatorium verweigerten, trat sie in den Hungerstreik – bis die Eltern schließlich nachgaben. Sie war eine der ersten Frauen, die sich als Komponistin einen Namen machten, verkehrte mit Johannes Brahms und Anton Rubinstein. Neben der Musik setzte sie sich auch energisch für die Rechte der Frauen ein. Als gegen Ende ihres Lebens ein Gehörleiden schließlich zur völligen Taubheit führte, verlegte sie sich aufs Schreiben und verfasste zehn überwiegend autobiographische Bücher. Die Universitäten in Durham und Oxford verliehen ihr die Ehrendoktorwürde, 1922 wurde sie zur »Dame Commander of the Order of the British Empire« ernannt. Ihr 1902 entstandenes und zehn Jahre später revidiertes e-Moll-Quartett steht noch ganz in der Tradition der Wiener Klassik. Das zeigt sich bereits im ersten Satz, wo dichte thematische Arbeit die Durchführung bestimmt, während die Coda Smyths Sinn für rhythmische Feinheiten offenbart. Das Scherzo weist eine gewisse Ähnlichkeit mit Mendelssohns Musik zum »Sommernachtstraum« auf, allerdings ins Britische gewendet. Herzstück des Quartetts ist das ausladende Andante, während das mit einem Fugato beginnende Finale an Kammermusik von Béla Bartók erinnert.

 

– Martin Demmler

Ethel Smyth

Ethel Smyth, Komponistin, Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, widersetzte sich bürgerlichen Konventionen und verfolgte konsequent das Ziel, im internationalen Musikbetrieb als Komponistin anerkannt zu werden. Ethel Smyth wurde 1858 als Tochter eines…

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