Erwin Schulhoff, 1894 in Prag geboren, wuchs in der böhmischen Musiktradition von Antonín Dvořák und Bedřich Smetana auf. Später studierte er unter anderem bei Max Reger. Schulhoff integrierte als einer der ersten europäischen Komponisten Jazz-Elemente in seine Kompositionen und setzte sich für die Musik von Arnold Schönberg, Alban Berg, Béla Bartók und Paul Hindemith ein. Wegen seiner jüdischen Abstammung galten seine Werke ab 1933 in Deutschland als entartet, und er konnte seine bis dahin glänzende Karriere nicht fortsetzten. 1941 wurde er im Konzentrationslager auf der Wülzburg bei Weißenburg in Bayern interniert, wo er im Jahr darauf an Tuberkulose starb. Sein 2. Streichquartett zeigt einen sehr reifen, dabei erst 30-jährigen Komponisten auf der Höhe seines Könnens. Das Werk ist viersätzig und lebt vom rhythmisch-tänzerischen Schwung, nicht selten mit einer folkloristischen Note, wie etwa im dritten Satz.
– Martin Demmler
geboren 08.06.1894 in Prag
gestorben 18.08.1942 in Wülzburg