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Lennox: Streichtrio op. 19

Lennox Berkeley entstammte einer alten englischen Adelsfamilie. Er studierte zunächst in seiner Heimatstadt Oxford und später, auf Anraten Ravels, bei Nadia Boulanger in Paris, wo er auch mit Francis Poulenc, Igor Strawinsky, Darius Milhaud und Arthur Honegger verkehrte. 1929 konvertierte er zum Katholizismus. Viele seiner späteren vokalen Werke sind Ausdruck seiner tiefen Gläubigkeit. Sein 1943 entstandenes Streichtrio ist dreisätzig und orientiert sich an den klassischen Formen von Sonatensatz, dreiteiliger Liedform und Rondo. Neoklassizistische Anklänge finden sich vor allem im Kopfsatz mit seinen ostinato-artigen Rhythmen. Einem tiefmelancholischen Adagio, in dem die Zeit still zu stehen scheint, folgt ein energiegeladenes, geradezu nervös anmutendes Finale mit effizient eingesetzten chromatischen Effekten.

 

– Martin Demmler